Kristallgranit
und Selber Granit
Die
Felsformationen beiderseits des Egertals werden von zwei verschiedenen
Graniten aufgebaut. Von Süden bis zur Abzweigung des Weges nach
Silberbach ist es der Kristallgranit oder Porphyrgranit mit großen
Feldspäten, nach Norden der feinkörnige Selber Granit. Man
erkennt den Wechsel bereits am landschaftlichen Gepräge. Dort wo sich
nach Norden der Selber Granit anschließt, wird das Tal der Eger weiter
und die vorher zahlreichen Felsformationen bleiben aus.
Besonders
eindrucksvoll lässt sich der Kristallgranit am ausgewiesenen Naturdenkmal
am mittleren Egerstausee studieren. Dieses Naturdenkmal ist gleichzeitig
ein Kletterfelsen mit Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.
Höhlungen am Felsen lassen vermuten, dass diese durch die Eger geschaffen
wurden, als diese noch in einem höheren Flussbett durch das Tal floss.
Im
Felsen lassen sich an einigen Stellen (vor allem auf der nördlichen
Felsseite) Einschlüsse im Kristallgranit erkennen (Foto). Diese sind vom
ehemaligen Magma nicht verdaute Reste von Gesteinen, die in die
Gesteinsschmelze aufgenommen worden sind. Meist sind es sehr dunkle
Gesteine. Sie wittern nicht selten aus dem Granit heraus.
Wasserkraft
Aufgrund
des engen Tales und einer auf verhältnismäßig kurzer Strecke von der
Eger überwundenen Höhenunterschiedes wird die Eger seit Anfang des 20.
Jahrhunderts mit Hilfe mehrerer Staustufen zur Gewinnung von Elektrizität
genutzt. Auf einem Teil ihrer Laufstrecke begleitet sie auf der Westseite
ein Wasserkanal. An seinem Ende stürzt das abgeleitete Egerwasser über
30 m tief in die Turbinen des Kraftwerkes Hirschensprung (Foto). Diese
Turbinen haben eine Leistung von 3150 PS.
Namensgebend
für das Kraftwerk Hirschsprung war die in der Nähe liegende Felsklippe
flussaufwärts. Der markante Porphyrgranit liegt direkt im scharfen Bogen,
die die Eger an der Abzweigung nach Silberbach nach Westen macht. Der Sage
nach soll hier ein Jäger um 1670 eine Kampfszene auf dem Granitfelsen
zwischen einem Hirschen und einem Wolf beobachtet haben. Dabei habe der
Hirsch den Wolf in die Eger geworfen und danach den steil aufragenden Fels
mit einen großem Sprung verlassen.
Einige
Schritte weiter flussaufwärts ist ein mit gelbem Moos dicht bewachsener
Felsen besonders auffällig. An ihm ist gut zu sehen, wie die Eger den
Felsen unterspült und Felsenpartien daraufhin in den Fluss fallen.
Der
Theerofen
Ein
besonderes Zeugnis mittelalterlichen Handwerks ist der Theerofen im
Egertal (nahe des oberen Egerstausees Leupoldshammer; von dort aus Weg
ausgeschildert). Der etwa aus dem Jahr 1680 stammende Theerofen wurde im
Jahr 2005 durch den Verein "Europäische Natur- und Kulturlandschaft
Häuselloh" und zahlreiche ehrenamtliche Helfer ausgegraben und an
Ort und Stelle rekonstruiert. Das aus Wurzelstöcken von Kiefern
verschwelte Teer diente im Mittelalter als
Hochleistungstemperatur-Schmiermittel in den Hammerwerken des
Fichtelgebirges. Der Bau des Ofens wird mit großer Wahrscheinlichkeit dem
führenden Hammerherr des späten Mittelalters Johann Christoph Weller
zugeschrieben. Informations-Faltblätter und -tafeln informieren am
Theerofen über seine Geschichte und Funktionsweise.
Weitere
geologische Informationen über das Wellertal und den Theerofen finden Sie
in Kürze [hier].