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Die Naturschöpfung
Weißenstein
Die Ruine Weißenstein (863 m
über NN) ruht auf einer der im Steinwald häufigen Felsenburg. Diese
Felsengruppe ist mit der auf ihr ruhenden Burganlage eine der
eindruckvollsten natürlichen Bildungen dieser Art im Steinwald.
Entstanden sind die Felsen aus Granit innerhalb einer mächtigen
Bodendecke, die sich zunächst im älteren Tertiär (Paläogen; zwischen ca.
25 und 60 Mio. Jahren vor heute) gebildet hatte. Vermutlich bereits im
jüngeren Tertiär (Neogen; < 10 Mio. Jahre) begann durch die verstärkte
Hebung des Steinwaldes und klimatische Veränderungen die Abtragung der
Bodendecke und die weitere Formung der Felsenburg unter zunächst
trockenem, dann im Quartär eiszeitlichen Klima. Die von der Felsenburg
vor allem durch mechanische Verwitterung (u. a. Frosteinwirkung)
herabgestürzten Granitblöcke wurden vermutlich zum Burgenbau verwendet.
Ungewöhnlich sind die hellen
Granit-Oberflächen. Auch wenn sie den Eindruck erwecken, dass sie durch
Menschenhand bearbeitet worden wären, sind es natürliche
Verwitterungsprozesse, die die Formen und die Oberflächen geschaffen
haben. Die helle Farbe der Granit-Felsengruppe dürfte für die
Namensprägung maßgeblich gewesen sein (ursprünglich: Wisstenstein; unter
diesem Namen erscheint die Burg erstmals 1279 urkundlich im Zusammenhang
mit "Wolf von Wisstenstein").
Die Burg Weißenstein
1339 erhält Albrecht Nothaft
XI., der wohl schon zuvor Mitbesitzer der Burg gewesen war, durch den
Burggrafen Johann II. von Nürnberg die Erlaubnis, dass er die "Veste
Weißenstein ... pauen und bessern mag und soll, wie er will" - ein
Hinweis darauf, dass sie bei kriegerischen Auseinandersetzungen im
Thronstreit zwischen König Ludwig dem Bayern und König Johann von Böhmen
in Mitleidenschaft gezogen worden war. Unter Albrecht Nothaft XI. wird
die Burganlage in den Folgejahren großzügig und für ihre Lage
beachtliche Größe ausgebaut. Sie blieb bis 1882 im Besitz verschiedener
Linien der Nothafts.
Die Burg dürfte jedoch schon
etwa nach dem Jahr 1560 aufgegeben worden sein und verfiel. Sie wurde
1882 von Bianca Eiserhart aus einer schlesischen Fabrikantenfamilie
erworben. Nach ihrem Tod 1885 ging sie an Dr. Gustav Siegle aus
Stuttgart, der sie 1918 an seine Tochter Dora mit ihrem Mann Fritz von
Gemmingen-Hornberg vererbte. Heute ist sie im Besitz seines Enkels
Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg aus Friedenfels.
1995 waren von der
Burgruine, dem Burgfried und der Felsenburg kaum noch etwas zu sehen.
Zwischen 1996 bis heute bemüht sich die Gesellschaft Steinwaldia
Pullenreuth e. V. mit erheblichem Zeit. und Kostenaufwand um die
Restaurierung und Erhaltung der Burg.
Mutter Erde - Kunst und
Kultur am Weißenstein
Die überlebensgroße
Bronzestatue "Mutter Erde" auf der Südseite der Burganlage wurde im
Rahmen des Projektes "Kunst und Kultur am Weißenstein" aufgestellt. Sie
wurde von Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg in Auftrag gegeben
und von dem Bildhauer und Künstler Engelbert Süss aus Pfreimd
geschaffen. Die Figur verkörpert das Bodenständige und die Verbindung
zwischen Himmel und Erde. Ein mächtiger Gesteinssockel bildet den
stabilen Untergrund. Auf ihm thront die Frauenfigur und wacht über die
Burg. |