Die
Abbildung (c) DLR zeigt das Gebiet des Böhmisch-Bayerischen GeoParks in
einer "Falschfarben"-Satellitenbildaufnahme aus einer Höhe von
rund 900 km. Die Aufnahmeoptik des amerikanischen Fernerkundungssatelliten
Landsat 5 erfasst das von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenlicht in
sieben verschiedenen Wellenlängen-Kanälen. Nur drei davon liegen im
Bereich des sichtbaren Lichtes (Kanäle 1, 2 und 3), die vier übrigen
registrieren das Wellenspektrum v.a. im Infrarot-Bereich (Kanal 4) oder in
einem Wellenbereich, in dem vor allem Gesteine und Böden zurückstrahlen
(Kanal 7). In der Abbildungen sind die Kanäle 7, 4
und 1 verarbeitet.
Die
violetten Farbtöne in der Abbildung zeigen einen hohen Anteil an
reflektierter Strahlung im einem Bereich, der für Gesteine, Böden und
künstliche Oberflächen typisch ist. Sie kennzeichnen damit die Städte,
nicht bewachsene Landwirtschaftsflächen (besonders auffällig ist
hier die gegenüber Bayern andere Bewirtschaftungsform im tschechischen
Teil des Geoparks) oder die großen Braunkohlen-Tagebauflächen um
Sokolov.
Die
dunkelgrünen Farben kennzeichnen vorwiegenden Nadelwaldbestand.
In einigen Bereichen ist eine fleckige Aufhellung dieser Waldflächen
erkennbar, z. B. im Waldgebiet zwischen Windischeschenbach und Tachov oder
zwischen Marktredwitz und Wiesau. Dies geht auf eine intensivere
Rückstrahlung im Infrarot-Bereich durch größere Laubbaumbestände
zurück.
Die
grünen Farben zeigen eine starke Rückstrahlung im Kanal 4 an, dem
Wellenbereich im Infrarotspektrum. In diesem nicht-sichtbaren
Wellenbereich reflektieren v.a. Pflanzen, die eine starke Photosynthese
(Umwandlung von Sonnenlicht in Kohlenhydrate) zeigen und sich demnach im
Wachstum befinden. Dies zeigt an, dass die Satelliten-Aufnahme zu einer
Jahreszeit erfolgt ist, zu der auf den landwirtschaftlichen
Nutzflächen üppiges Wachstum herrschte. Unterschiedliche Grüntöne
sind auf unterschiedliche Wachstumsintensität und unterschiedliche
Kulturpflanzen (Getreide, Mais, etc.) zurückzuführen.
ap
16.06.2006
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