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 Naturschutzgebiet Doost bei Floss

 

Zwischen Neustadt a.d. Waldnaab und Floss, nur 6 km nordöstlich von Weiden, liegt das Naturschutzgebiet Doost. Das Eingangsschild zum Doost kündet davon, dass das Naturschutzgebiet "zur dauerhaften Sicherung der geologischen Eigenart des Blockstromes aus gerundeten Granitblöcken" ausgewiesen worden ist. Und tatsächlich, der Doost sucht seinesgleichen!

 

Werk der Riesen oder eines vorzeitlichen Flusses?

 

Wie von Riesenhand geschaffen, liegen auf einer Länge von rund 500 Metern rundliche Granitfelsen über- und nebeneinander getürmt - mal ungeordnet, mal wie in einem Flussbett Kieselsteine und Flussgerölle scheinbar geordnet. Ist der Doost damit ein trocken gefallener vorzeitlicher Flusslauf aus einer Zeit als der Girnitzbach mehrfach zu einem reißenden Gewässer anwuchs (zum Beispiel während der letzten Eiszeit)? Nein! Warum sollten die Blöcke ausgerechnet dort liegen bleiben, wo das Gefälle am größten ist und nicht eher am Ausgang des Doost, wo das Tal wieder flach wird? Auch ist kein Herkunftsgebiet oberhalb des Doost erkennbar, wohl aber lassen sich Felsformationen in der unmittelbaren Nachbarschaft erkennen.

 

Der Doost geschaffen als Werk eines Riesen oder durch einen reißenden Fluss ist zweifelsohne eine spektakuläre Erklärung. Noch spektakulärer ist aber wohl der tatsächliche geologische Prozess, der hinter der Bildung dieses einzigartigen Blockstromes steht. Wir haben ihn in drei Bildern dargestellt.

 

Granitverwitterung und Wollsäcke

 

Granit wird stets von zahlreichen, natürlich entstandenen horizontalen und vertikalen Spalten und Rissen durchsetzt (= Klüfte). Sind diese Klüfte in der Tiefe meist noch geschlossen, vergrößern sie sich nahe der Oberfläche durch die Einwirkung von Verwitterungslösungen. Dabei werden die Kanten und Ecken der von den Klüften begrenzten Granitquader mehr und mehr gerundet - es bilden sich die bekannten rundlichen Wollsackformen des Granits. Besonders unter den feuchtwarmen Klimabedingungen des Tertiärs wurde der Granit entlang seines Kluftsystems oberflächennah regelrecht aufgelöst - übrig blieb ein oft viele 10 Meter, manchmal sogar über 100 Meter dicker Verwitterungsmantel aus Kaolintonen und Resten mehr oder weniger großer Granitblöcke. Diese schwammen meist isoliert in der Verwitterungsdecke (Bild A).

 

Die Tertiär-zeitliche Verwitterung griff unterschiedlich tief. In den Bereichen, in denen die vertikalen Klüfte enger waren, konnten die Verwitterungslösungen besser zirkulieren und den Granit intensiver chemisch angreifen als in solchen Bereichen, in denen die Klüfte weitständiger waren. Am Ende des Tertiärs dürfte die nördliche Oberpfalz ein weitgehend flaches Relief überspannt haben. Im Boden steckten jedoch mal bis nahe an die Oberfläche reichende "Felsformationen", mal dazwischen tiefgreifend verwitterte Abschnitte (Bild A).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit 1937 Naturschutzgebiet: der Doost.

 

Von Riesenhand geschaffen oder ein alter Flusslauf? [Bild größer]

 

 

A (oben): Verwitterung des Granits in einer mächtigen Bodendecke unter einem feuchtwarmen (tropischen) Klima.

B (Mitte): Talbildung und Fortspülen der Verwitterungssande und -tone. Freispülen der Granitblöcke und Verfrachtung in Richtung des heutigen Girnitzbaches.

C (unten): Heutige Situation. [Bild größer]

  

 

Im Quartär kommt der Wandel im

Landschaftsbild

 

Im Quartär (in den letzten rund 2 Millionen Jahren) tieften sich unsere Flüsse und Bäche in das flache Relief ein - vornehmlich in die Bereiche mit den tiefgründigen Verwitterungsdecken. Die wenig verwitterten Felsformationen im Boden werden oft freigelegt - nicht selten nur die obersten Partien.

 

Auch der Girnitzbach tiefte sich im Quartär ein und trug einen großen Teil des Verwitterungsmantel mit sich fort. Es entstand ein flaches Tal. Der Girnitzbach schaffte es jedoch nicht, die aus dem Verwitterungsmantel zunehmend freigespülten Granitblöcke zu transportieren. Diese bis mehrere Meter großen Blöcke konnten während der Eiszeit allerdings durch häufigen Frosthub und langsames Bodenfließen mehrere Millimeter bis wenige Zentimeter pro Jahr hangabwärts befördert werden. Sie sammelten sich im Bereich des heutigen Baches, wenngleich auch höher als heute (Bild B).

 

Fortwährende Eintiefung und Abtransport des feinkörnigen Verwitterungsmaterials zwischen den Granitblöcken durch den Girnitzbach führte zur Anhäufung des heutigen Blockstroms (Bild C). Der zwischen den Blöcken vorhandene Porenraum reicht aus, das Wasser des Baches aufzunehmen. Es fließt daher im bzw. unter dem Blockstrom hindurch.

 

 

Einmaliges erdgeschichtliches Zeugnis

 

Der Doost ist mit seiner geologischen Geschichte ein einmaliges erdgeschichtliches Zeugnis. Dies hat ihm schon früh, seit dem 14. Oktober 1937, den Schutzstatus eines Naturschutzgebietes eingebracht. Es ist damit übrigens das älteste Naturschutzgebiet der Oberpfalz! Unter Schutz steht aber auch die besondere Vegetation des Blockstroms. Dazu gehören unter anderem die Moose, Flechten und Farne, die die Granitblöcke besiedeln. Diese zu schützen, bedarf es daher des uneingeschränkten Einhaltens des Wegegebotes. Bitte halten Sie dieses ein.

 

Tosende Wasser

 

Sagen und Geschichten um den Doost gibt es reichlich. Ebenso vielfältig sind die Deutungen seines Namens. Wahrscheinlich leitet er sich jedoch von dem gleichen Wortstamm wie das Wort "tosen" ab. Besonders im Frühjahr zur Schneeschmelze ist die Bedeutung dieses Wortes hörbar.

 

Ein Spaziergang durch den Doost

 

Der Doost ist von Ritzlersreuth, Diepoltsreuth, Welsenhof oder vom Gollwitzerhof aus gut erreichbar. Alle vier Ausgangsorte sind mit dem PKW von der Straße Neustadt a.d. Waldnaab nach Floss aus zu erreichen. Auch längere Wanderungen von Neustadt a.d.WN., Floss und Weiden aus sind möglich.

 

 

 

 

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