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Lehrbuchhaft ist eine Felsenklippe, die etwas versteckt am Lerchenbühl
bei Neualbenreuth liegt. Man erreicht sie nach kurzem Fußweg vom
Grenzlandturm aus. Man folge zunächst dem Fahrweg vom Grenzlandturm nach
Nordosten, dann am Waldrand dem markierten Fußweg.
Typisch für das Stiftland finden wir hier eine
flach lagernde Gesteinsfolge. Sie besteht aus
Quarziten (dicke Bänke) im Wechsel mit
Glimmerschiefern (dünne Lagen). Dies
sind metamorphe Gesteine, die aus Sanden bzw. Sandsteinen (die Quarzite)
und Tonen bzw. Tonsteinen (die Glimmerschiefer) bei den gebirgsbildenden
Prozessen der variskischen Gebirgsbildungsphase entstanden sind. Die
Abfolge ist aus Ablagerungen eines Meeresraums hervorgegangen.
Lehrbuchhaft ist die Verformung der Gesteinseinheiten während der
gebirgsbildenden Prozesse. Bei hohem Druck und hoher Temperatur sind die
Gesteine mehrfach verformt worden. Bei jeder Beanspruchung, die jeweils
viele Jahrmillionen Jahre auseinander lagen, hat das Gestein eine neue
Schieferung erhalten.
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Was ist eine
Schieferung? |
Eine Schieferung
erhält ein Gestein, wenn unter dem Druck der Gebirgsbildung
plättrig sprossende Mineralien, z. B. Tonminerale, in Richtung
des kleinsten Druckes wachsen (also senkrecht zur Richtung des
größten Drucks) oder das Gestein entlang von Scherflächen (etwa
30 - 45° zum maximalen Druck orientiert) zergleitet
(vergleichbar einem Spielkartenstoß). Oft sieht eine Schieferung
wie eine Schichtung aus. |
Die Gesteine an der Felsenklippe am Lerchenbühl zeigt bis zu
drei Schieferungen, das heißt
Zeugnisse aus drei Gebirgsbildungsphasen, die nacheinander stattgefunden
haben. Daher versetzen die jeweils jüngeren Schieferungsflächen auch die
älteren oder sie verfälteln sie. Man muss allerdings genau hinsehen
(siehe Maßstab in der Abbildung).
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Schieferungen an
der Felsenklippe am Lerchenbühl, gesehen und gezeichnet von G.
Stettner (1992)
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Mehr noch zeigen die Gesteinsfolgen an der Felsenklippe. Auffällig ist
das unruhige seitliche Ineinanderübergehen der Gesteinspartien. Mal
verschmälern sich die dicken Quarzitlagen, mal hören sie ganz auf. Auch
verfaltet sehen sie oft aus. Alles Anzeichen für eine Verformung des
Gesteinspaketes unter unglaublich hohen Drucken und Temperaturen (bei
mehr als 10 Kilometer und mehr Gebirgsauflast). Dadurch konnten die
Gesteine plastisch deformiert und gefaltet werden. Entlang der
entstehenden Schieferungsflächen ist es dabei wie ein Spielkartenstoß
zerglitten. Ursprünglich durchgehende Quarzit- und Quarzlagen wurden
gefaltet, dabei zerrissen und zerschert. Was wir heute sehen, ist daher
nicht die ursprüngliche Ablagerungsabfolge, sondern ein durch die gebirgsbildenden Prozesse geschaffenes
neues Neben- und Übereinander der
Gesteine. Der Geologe bezeichnet diesen tektonischen Vorgang als
Transposition. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entstehung eines
solchen Gesteinsaufbaus (Gefüges) schematisch.
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Entstehung eines
Transpositionsgefüges
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Die
Felsenklippe am Lerchenbühl - eine Seite im geologischen
Lehrbuch der Natur.
Ein Rundgang um den Lerchenbühl lohnt sich auch der wunderbaren Aussicht
wegen! So können Sie von hier den Tillenberg, den Kaiserwald und das
Egerer Becken überblicken und an Tagen mit guter Sicht sogar bis hinüber
ins Fichtelgebirge sehen. Den Blick zum Fichtelgebirge finden Sie
>>
hier.
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