Windischeschenbach. (kl) Umweltminister Werner Schnappauf als Weihnachtsmann: Bei seinem Besuch im Geo-Zentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) überbrachte der Gast die Förderzusage von über einer Million Euro für den Erweiterungsbau des Ausstellungs- und Informationsgebäudes.
"Die 750 000 Euro aus Ziel II-Mitteln der EU hätte man auch woanders
hinfließen lassen können", würdigte MdL Georg Stahl als Vorsitzender
des Trägervereins Geo-Zentrum Schnappaufs Bemühungen dankbar. Der
Minister will nicht nur dieses Geld in die Region umlenken, sondern
auch noch weitere 250 000 Euro aus seinem Ministerium. Signale gibt
es auch von der Landesstiftung Bayern und der Bundes-Umweltstiftung,
so dass die Finanzierung des Erweiterungsbaues mit 1,5 Millionen
Euro gesichert ist. Laut Stahl "haben die Entscheidungen alle
Ausschüsse passiert und sind in trockenen Tüchern".
Lob für Engagement
Den Pirker Abgeordneten lobte Minister Schnappauf in höchsten Tönen:
"Unermüdlich sein Einsatz in Ausschüssen, persönlichen Gesprächen.
Schorsch Stahl hat nie nachgelassen in den Bemühungen um das
Geo-Zentrum, das erkennbar 'sein' Projekt geworden ist."
Freilich pries der Oberfranke auch Stahls tüchtige Mitstreiter.
Stiftungsvorsitzender Gert Wölfel, Ex-Obag-Vorstandschef, hatte die
Bemühungen seiner Organisation um die zehn Prozent Eigenbeitrag der
Stiftung belohnt, die Grundbedingung für die 1,5-Millionen-Förderung
ist. Zugleich sieht sich Wölfel in seiner "leichten Mahnung" an die
Politik bestätigt, "dort zu helfen, wo auch wirklich etwas
gearbeitet wird".
Immer mehr Besucher
Und das haben die Engagierten um Wölfel und Stahl herum nicht
zuletzt mit dem Bau der imponierenden Bohrkernhalle und der
Photovoltaikhalle bewiesen, die seit neuem wie eine dicke
Unterstreichung den Fuß des Bohrturms dominiert.
Projektleiterin Dr. Ulrike Martin schilderte den stark gestiegenen
Besucherstrom und das umfangreiche Lehr- und Unterrichtsangebot für
Schulen und Lehrkräfte und wies darauf hin, "dass es doch
bedauerlich ist, dass wir wegen des zu klein gewordenen Raumangebots
schon Schulklassen abweisen mussten". Dass hier bald Abhilfe kommt,
freute auch den Direktor des Bayerisch-Böhmischen Geoparks, Dr.
Andreas Petereck, und natürlich Bürgermeister Andreas Meier und den
Tirschenreuther Landrat Karl Haberkorn.
Einer Steigerung der bisher jährlich 25 000 Besucher steht mit den
jetzt zu bauenden Medien- und Ausstellungsräumen nichts mehr im
Wege, aber auch die Forcierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit
mit den Universitäten Bayreuth, Nürnberg-Erlangen und Würzburg ist
nun möglich. Vor allem aber kann den Schulen der Region ein
erweitertes Laborangebot ermöglicht werden, was als
richtungweisender Schritt in der Bildungspolitik für die Region
gewertet werden darf.
Eine Führung durch die Lehr- und Laborräume mit Studiendirektor
Gernot Köcher vom Gymnasium Neustadt rundete den Besuch des
Ministers ab.

