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18.09.2006 | Netzcode: 10923460
Am Parkstein gibt es Gold
Professor Dr. Harald G. Dill beleuchtet Erdgeschichte des Marktfleckens
Parkstein. (mpl) "Auf zum Goldwaschen", forderte am Samstag Professor Dr. Harald G. Dill die Zuhörer auf. In einem Vortrag im Rahmen der Parksteiner Geo-Tage brachte der Wissenschaftler nicht nur Parksteinern die Geologie rund um den Basaltfelsen näher. In der Rolle eines "Fahrstuhlführers" nahm Dill die rund 50 Besucher mit durch die 250 Millionen Jahre Erdgeschichte des Marktfleckens.
"Eine Vielzahl von geologischen Prozessen ließ die Landschaft zu dem werden, was wir heute sehen", erläuterte der 57-Jährige. Der Blick auf den Parkstein habe sich aus wissenschaftlicher Sicht in den letzten Jahren aber geändert. Durch die Freilegung von Felsenkellern hätten die Forscher erkannt, dass der Parkstein wohl ein aktiver Vulkan und kein im Umgebungsstein stecken gebliebener Vulkanschlot war. "Das tiefste Stockwerk der Erdgeschichte ist an der Oberfläche gar nicht sichtbar", betonte er.
Die ältesten Zeugen der Erdgeschichte, Sandsteine aus der Perm-Zeit, wurden in den Felsenkellern entdeckt. Die Basaltgarben, die den Parkstein zu einem der 77 schönsten Geotope Deutschlands machen, seien vor zirka 24 Millionen Jahren im Tertiär entstanden. Bei 1150 Grad Celsius in 50 Kilometer Tiefe kam der Magmatit mit Wasser in Berührung und schoss an die Oberfläche. "Die Säulen stehen senkrecht zu den Abkühlungsflächen", erläuterte Dill. Der Parkstein ist damit zwar nicht die einzige in der Oberpfalz, nach Alexander von Humboldt aber die "schönste Säulenformation Europas".
Im Zeitalter des Quartärs wurden nach dem Vortrag zahlreiche Gold- und Schwermineralseifen in der Umgebung des Parksteins gebildet. Es bestehe die Möglichkeit, das Edelmetall in der Gegend zu finden, jedoch "ist es aber sehr selten und nur in kleinen Mengen vorhanden", schloss Dill den 45-minütigen lebendigen Vortrag.
Als einer der besten Kenner der Geologie und Mineralogie Nordostbayerns betreut der Wissenschaftler von der Universität Hannover aktuell Forschungsarbeiten zu Schwermineralvorkommen im Raum Pleystein. Diese erfolgen in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie der Bezirksgruppe Weiden unter Federführung von Berthold Weber aus Weiden und des Parksteiner Diplom-Geografen Martin Füßl. Das Wissen um die Geologie und Mineralogie Parksteins und dessen Umgebung erlangte Dill durch Wasser- und geoelektrische Bohrungen. In Form einer Publikation überreichte er diese Ergebnisse an Bürgermeister Hans Schäfer.
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