05.10.2007 | Netzcode: 1126700
Parkstein
Nicht nur Magma und Lavaströme bestaunt
Bayerisch-Böhmischer Geopark und Volkshochschule organisieren erstmals Vulkanismus-Seminar - Exkursionen in Region unternommen
Rund um
Magma und Lava drehten sich zwei
Tage lang viele Gespräche im "Parksteiner
Hof". Der Bayerisch-Bömische Geopark
und die Volkshochschule
Weiden/Neustadt veranstalteten
erstmals ein Vulkanismus-Seminar.
Zwei Tage lang brachte Dr. Gottfried
Hofbauer von der Universität
Erlangen Licht ins Dunkel der
Erdgeschichte.
Geschäftsführer Dr. Andreas Peterek
vom Bayerisch-Bömischen Geopark und
Bürgermeister Hans Schäfer begrüßten
die 18 Teilnehmer. Dr. Peterek
schwärmte, dass er sich für ein
derartiges Seminar keinen besseren
Veranstaltungsort vorstellen könne,
da Parkstein auf einem erloschenen
Vulkan erbaut sei. Schäfer stellte
die geologische Bedeutung des
Basaltkegels als einen der 100
schönsten Geotope Bayerns und einen
von 77 besonderen "Nationalen
Geotopen" heraus.
Viele Fallbeispiele
Dr. Hofbauer von der Universität Erlangen erwies sich als versierter Referent. Der Fachmann beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Vulkanen weltweit und mit denen in Nordostbayern im Besonderen. In mehreren Theorieblöcken präsentierte er in eindrucksvollen Bildern viele Fallbeispiele aus Vulkangebieten.
Besonderen Wert legte der Referent
auf den praktischen Teil des Kurses,
in dem mehrere bedeutende
Lokalitäten in der näheren und
weiteren Umgebung von Parkstein
besucht wurden. Er entführte an den
beiden Nachmittagen bei Exkursionen
unter anderem zum Kleinen und Rauhen
Kulm, zur Zinster Kuppe und zum
jüngsten Vulkan im
Bayerisch-Böhmischen Geopark, dem
Eisenbühl bei Neualbenreuth auf
tschechischem Gebiet.
Ausführlich ging Dr. Hofbauer auf
die Entstehung des Parksteins ein,
bei dem es sich um einen
tieferorientierten Maarkrater
handle, in den in einem späteren
Stadium seiner Entwicklung
basaltisches Magma eingedrungen sei.
"Man spricht deshalb auch von einem
Maar-Diatrem-Vulkan", wusste der
Experte.
Die Teilnehmer, unter denen mehrere
Geoparkranger und auch Interessierte
aus Tschechien waren, die das
Seminar zur eigenen Fortbildung
nutzten, zeigten sich von der
Formenvielfalt der vulkanischen
Erscheinungen beeindruckt. Alle
Teilnehmer lobten das Seminar als
sehr gelungen und erfolgreich.
Weitere Kurse angekündigt
Zum Abschluss der Veranstaltung ließ
Dr. Peterek wissen, dass der Geopark
zukünftig häufiger Seminare zu
verschiedenen aktuellen Themen der
Geowissenschaften anbieten wolle.
Diese sollten als Bildungsangebot
für interessierte Laien und
Hobbygeologen fester Bestandteil der
Aktivitäten im Geopark werden.

