24.10.2007 | Netzcode: 1146875
Pleystein (tu)
Wenn zwei Kontinente kollidieren
Geoparkrangerinnen informieren bei Exkursion über Entstehung des Rosenquarzfelsens
Pleystein.
"Schon seit der Antike wird Rosenquarz als Stein der Liebe und des Herzens betrachtet", wusste Geoparkrangerin Eva Ehmann. Mit ihrer Kollegin Rosa Schaller führte sie am Sonntag eine geologische Exkursion rund um und auf den Pleysteiner Kreuzberg.
Zu
der gelungenen Führung mit
vielem Wissenswerten über die
Entstehung des Rosenquarzfelsens
hatten sich zahlreiche
Interessierte eingefunden. Die
Rangerin des
Bayerisch-Böhmischen Geoparks,
Eva Ehmann, verwies darauf, dass
Pleystein damit nicht nur
geologisch über einen besonderen
Schatz verfüge.
Faltengebirge
So steht die Bildung dieses
Quarzfelsens im engen
Zusammenhang mit den vor etwa
300 Millionen Jahren
entstandenen Graniten im
kristallinen Grundgebirge von
Ostbayern. Damals kollidierten
im Bereich des heutigen Mittel-
und Westeuropas zwei Kontinente
und türmten ein mächtiges
Faltengebirge, das Variszische
Gebirge, auf. Seine Gesteine,
die vorher am Ozeanboden
zwischen den Kontinenten lagen,
wurden bei der Kollision in die
Tiefe versenkt.
Unter den dort herrschenden
hohen Druck- und
Temperaturbedingungen wurden sie
umgewandelt, teilweise sogar
aufgeschmolzen. Flüssiges Magma
stieg an Schwächezonen in der
Erdkruste auf, blieb unter der
Erdoberfläche stecken und
erstarrte dort. Dabei bildeten
sich Granitkörper wie der
Flossenbürger Granit und
Pegmatitstöcke wie in Pleystein,
unterstrich Expertin Rosa
Schaller.
Und
eine besondere Überraschung gab
es auch noch. So präsentierten
die Geoparkrangerinnen den
Besuchern den neuesten Band aus
der erdwissenschaftlichen
Publikationsreihe des
Bayerischen Landesamtes für
Umwelt. Dieser beschäftigt sich
mit den schönsten Geotopen im
Regierungsbezirk Oberpfalz und
wird auf seiner Titelseite mit
einer Ansicht vom Pleysteiner
Kreuzberg geziert.
"Dies verdeutlicht den
besonderen Stellenwert unseres
Rosenquarzfelsens unter vielen
anderen schönen Geotopen in der
Oberpfalz und im
Bayerisch-Böhmischen Geopark",
freute sich Bürgermeister
Walbrunn. Das Stadtoberhaupt
stellte zum Abschluss der Aktion
den Teilnehmern die
Wallfahrtskirche auf dem
ehemaligen Schlossberg vor und
informierte über geschichtliche
Fakten des Wahrzeichens des
staatlich anerkannten
Erholungsortes.
"Beim Bau der neuen
Kreuzbergkirche nach dem
verheerenden Großbrand von 1901
haben die Architekten Koch und
Hauberisser aus Regensburg den
Barockstil gewählt, weil sich
dieser in die hügelige
Waldlandschaft am besten
einfügt", so Walbrunn. Die
Innenausstattung sei von den
Arbeiten des Bildhauers Hans
Loibl geprägt. Altäre, Kanzel
und Orgelsprospekt habe er
entworfen und meist auch selbst
geschaffen.
Rundes Jubiläum
2008 werde das Fest "100 Jahre
Weihe der Kreuzbergkirche"
gefeiert. Die Vorbereitungen für
dieses runde Jubiläumsfest seien
bei den Pfarreigremien bereits
angelaufen.
Zur Information für
Interessenten: Erhältlich ist
der oben angeführte Geotopband
beim Landesamt für Umwelt,
Bürgermeister-Ulrich-Straße 160,
86179 Augsburg.
Weitere Informationen im
Internet:
www.geotope.bayern.de.

