Püchersreuth/St. Quirin
Skulpturen erzählen Erdgeschichte
Zwölf Kilometer langer Rundweg um Püchersreuth lockt mit neu zu entdeckenden Reizen
Püchersreuth/St. Quirin. Wer die neue "Wanderung durch die Erdgeschichte" in der Gemeinde Püchersreuth noch nicht kennt, kann sie im Herbst noch immer in Angriff nehmen. Wer aber den Rundwanderweg, aus dem später der Skulpturenweg wurde, schon unter den Schuhsohlen hatte, dem bieten sich jetzt völlig neue Ansichten.
Ein idealer Ausgangspunkt ist der Parkplatz neben der Wallfahrtskirche St. Quirin. Und dort beginnt auch schon das Neue: Auf der in diesen Tagen offiziell übergeben Orientierungstafel (wir berichteten) erhält der Wanderer einen Einblick, wo sich der Skulpturenweg oder eben auch der Püchersreuther Rundwanderweg (Markierung schwarze Eins auf weißem Grund) aus der Sicht des Geologen überhaupt befindet.Das Besondere: In unmittelbarer Nähe der Skulpturen glänzen - weil teilweise angeschliffen und poliert - die Gesteine auf, die vor Jahrmillionen unter der geologisch so hochinteressanten Oberpfalz entstanden und im Laufe der Erdgeschichte vor allem durch Verwitterung an die Erdoberfläche befördert wurden.
Die Geowissenschaftler vom Bayerisch-Böhmischen Geopark - deren Koordinationsstelle im Geo-Zentrum von der Informationstafel aus zu sehen ist - haben den wissenschaftlichen Teil zur Anreicherung des Skulpturenparks beigesteuert. "Der Geopark trägt zusammen mit Gemeinde und Behörde dem wachsenden Interesse der Menschen an der Geologie ihrer Heimat Rechnung", so Dr. Peterek, Koordinator des Geoparks.
Die Gemeinde Püchersreuth, die
Teilnehmergemeinschaften Ilsenbach II
und Rotzendorf und der
Bayerisch-Böhmische Geopark finanzierten
über die fachliche Beratung hinaus den
insgesamt rund zwölf Kilometer langen
Weg, der auf acht Stationen markante
Gesteinsformationen zeigt und auf
Informationstafeln Erklärungen dazu
liefert.
Allerdings sind auch die Stationen und
Hinweise auf die Charakteristika von
Tier- und Pflanzenwelt nach wie vor
vorhanden, und selbstverständlich
verleiten auch die Kunstwerke zum
Verweilen und zum Nachdenken wie ehedem.
Besonders eindrucksvoll kommt dieses
Konzept zwischen den Skulpturen "Der Weg
ist das Ziel" im Bereich der Hinweise
und Erklärungen auf die Magerwiese und
der folgenden Naturstation zum Tragen,
wo nicht nur unmittelbar an der Tafel
"Ameisenhügel" Amphibolite und
Hornblendegriese erklärt werden. Nur
eine wenige hundert Meter weiter nämlich
liegen unmittelbar rechts am Wegrand
drei Ameisenhügel, auf denen um diese
Jahreszeit und bei Nebel die
sprichwörtliche Geschäftigkeit nicht zu
beobachten ist. Dafür aber neben der
schon genannten Skulptur "Der Weg ist
das Ziel" auch noch "Der Schatzsucher"
und zwischen Waldende und dem
Waffenhammer die Skulptur "Der Baum".
Anerkennung
und Bewunderung für den Zusammenhalt der
Bürger der Gemeinde Püchersreuth - man
hat auch noch ein neues Infoblatt
geschaffen, finanziert vom Amt für
Landwirtschaftliche Entwicklung - waren
anlässlich der Übergabe der
Informationstafel nicht zu überhören.
Weitere Informationen im Internet:
www.geopark-bayern.de.

