Von (hjs)
| 12.07.2008 | Netzcode: 1457792
|
Neuer Tag
Parkstein
Zweitgrößter Geopark in Europa
Neue Geschäftsstelle in Parkstein
offiziell eröffnet - Vulkanismus ein
Schwerpunktthema
Parkstein. (hjs) Mit dem soeben
erhaltenen Förderbescheid in der Tasche
übergab der Vorsitzende der ArGe
Bayerischer Geopark, Landrat Simon
Wittmann, am Donnerstag in Gegenwart
mehrerer Geopark-Ranger im
geschichtsträchtigen
Gerichtsschreiberhaus die Geschäfts- und
Koordinationsstelle für den bayerischen
Teil des grenzüberschreitenden
Bayerisch-Böhmischen Geoparks offiziell
der Bestimmung.
Bis zum
Frühjahr 2008 war die Geschäftsstelle
organisatorisch und räumlich an das
Geo-Zentrum an der KTB in
Windischeschenbach angegliedert. Vor
allem wegen Förderrichtlinien der
Europäischen Union wurde die
Geschäftsstelle des Geoparks am 1. Juni
nach Parkstein umgesiedelt, wo sie nun
eigenständig geführt wird.
Der ArGe Bayerischer Geopark gehören die
vier am Geopark beteiligten Landkreise
Bayreuth, Neustadt, Tirschenreuth und
Wunsiedel an. Das Projekt wird auf
bayerischer Seite durch die EU mit 50
Prozent, durch den Freistaat Bayern mit
25 und die vier Landkreise mit 25
Prozent bezuschusst. Die Förderung für
die kommenden drei Jahre beträgt 300 000
Euro.
In Tschechien sind die Regionen Karlovy
Vary (Karlsbad) und Plzen (Pilsen) am
Geopark beteiligt. Karlsbad gehört mit
nahezu der ganzen Fläche zum Geopark, in
Pilsen ist es der Bereich des ehemaligen
Landkreises Tachov (Tachau). Die
tschechischen Anteile des Geoparks
werden jeweils durch eigene
Geschäftsstellen koordiniert.
Für den Sitz
der Geschäftsstelle des Geoparks wurde
mit der Marktgemeinde Parkstein ein Ort
gewählt, der durch den Basaltkegel zu
den 77 bedeutendsten Geotopen
Deutschlands und zu den 100 schönsten
Bayerns gehört. Eines der
Schwerpunktthemen im
Bayerisch-Böhmischen Geopark ist der
Vulkanismus vergangener Jahrmillionen im
Vulkangürtel von Nordböhmen bis Bayern.
Mit seiner Lage auf dem südlichsten
Vulkangebäude dieses Systems ist
Parkstein daher prädestiniert für die
Geschäftsstelle.
Netzwerke schaffen
Landrat
Wittmann hob ganz besonders das große
persönliche Engagement des seit 2006 die
Geschäfts- und Koordinationstelle
leitenden Diplom-Geologen Dr. Andreas
Peterek heraus. Zusammen mit Edgar
Knobloch, dem Leiter des Büros des
Landrats, soll das Projektmanagement in
der Förderperiode bis 2010 zum Ziele
haben: Schaffung von Netzwerken zwischen
den bestehenden Geo-Einrichtungen im
Geopark, die Anregung zu
geotouristischen Infrastrukturmaßnahmen
wie zum Beispiel Lehr- und Erlebnispfade
und Schautafeln, die fachliche
Unterstützung bei
Projektantragsstellungen sowie die
fachliche Begleitung der Maßnahmen. Über
Veranstaltungen und
Publikationstätigkeit soll die
Geschäftsstelle den Geopark der
Öffentlichkeit bekanntmachen.
Die
herausgestellten Besonderheiten der
Region sind ein Magnet für die Besucher
und damit geeignet, den Tourismus zu
fördern. Der Bayerisch-Böhmische Geopark
mit seiner Vielfalt geologischer
Strukturen auf bayerischer und
böhmischer Seite bildet dazu eine
wichtige Möglichkeit,
grenzüberschreitende Kontakte zu
intensivieren. In Europa ist der
Bayerisch-Böhmische Geopark zusammen mit
dem Muskauer Faltenbogen an der
deutsch-polnischen Grenze der einzige
grenzüberschreitende Geopark. Und nach
dem Geopark Harz ist der
Bayerisch-Böhmische Geopark mit seiner
Gesamtfläche von 8000 Quadratkilometern
der zweitgrößte in Europa.
Geo-Tourismus
ausbauen
Bürgermeister Hans Schäfer sprach von
einem freudigen Tag für die
Marktgemeinde Parkstein: "Der
Geotourismus läuft, und ich hoffe, dass
er jetzt noch mehr in Schwung kommt."