Von (hjs)
| 16.05.2008 | Netzcode: 1380319
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Neuer Tag
Parkstein
Parkstein wieder "lebendig"
Geoparkrangerin Bettina Rüstow gibt
tiefe Einblicke in die Erd- und
Zeitgeschichte
Parkstein. (hjs) 15 Frauen, Männer
und Kinder applaudierten Bettina Rüstow
nach ihrer rund zweistündigen Führung
über den Parkstein. Die Geoparkrangerin
stellte die Exkursion unter das Motto
"Als der Vulkan noch rauchte".
"Große
Forscher haben in ihren Arbeiten dem
Parkstein einen wichtigen Platz
eingeräumt und ihn durch ihre
akribischen Beobachtungen zu dem
gemacht, was er heute ist: Einer der 100
schönsten Geotope Bayerns und einer der
77 geowissenschaftlich bedeutendsten in
Deutschland." Mit diesen Worten begrüßte
Rüstow die Teilnehmer am Fuße der
Basaltwand. Die Expertin führte von dem
anstehenden Basalttuff am Westende der
Wand, der viele Auswürflinge und
Fremdgesteinseinschlüsse enthält, zu der
Wand, in der die Säulenstruktur
besonders schön ausgeprägt ist.
Im Tertiär regte sich in Mitteleuropa
kräftiger Vulkanismus. Der Parkstein
soll vor 24 Millionen Jahren entstanden
sein. Auf dem Plateau des Basaltkegels
erzählte die Rangerin einiges über die
Geologie des Umgebung, über die Kette
von Vulkanen entlang des Egergrabens und
dass der Vulkanismus hier noch nicht
abgeschlossen ist. Eine geologische
Besonderheit ist auch die Fränkische
Bruchzone. Natürlich wusste Rüstow auch
Geschichten über das Bergkircherl "Sankt
Marien zu den 14 Nothelfern" zu
erzählen. Im historischen Burghof machte
die Führerin die Gäste mit der fast
1000-jährigen Geschichte Parksteins
bekannt. Von der Burg aus, die 1759
wegen Baufälligkeit geschleift wurde,
ist ein Stück der Goldenen Straße von
Prag über Nürnberg nach Frankfurt
zwischen Kohlberg und Altenstadt
abgesichert worden. Interessant war für
die Leute zu hören, warum die Burg
Parkstein von den Schweden im
Dreißigjährigen Krieg nicht eingenommen
werden konnte. In den Felsenkellern
durften die Teilnehmer einen Blick in
einen ehemals tätigen Vulkan werfen.
Schließlich vermittelte Rüstow Details
aus der Kirchengeschichte Parksteins und
führte über den Marktplatz zum "Alten
Schloss", dem ehemaligen
Landrichtersitz, und abschließend zur
Strauss-Gedenkstätte.