Von (jr)
| 19.11.2008 | Netzcode: 1611184
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Neuer Tag
Münchsgrün
Mehr als einfach nur Dreck
Geo-Tour weist im Münchenreuther Forst
auf die besondere Bedeutung des Bodens
hin
Münchsgrün. (jr)
"Boden ist sehr viel mehr als
Dreck, Boden ist die Grundlage der
Ernährung für den Menschen", sagte Dr.
Frank Holzförster, Leiter des
GEO-Zentrums an der KTB
Windischeschenbach bei der Enthüllung
einer zweisprachigen Infotafel im "Münchsgrüner
Forst".
Leonbergs
Bürgermeister Gottfried Staufer freute
sich darüber, weil dieser Standort
"einer der interessantesten im gesamten
Landkreis ist". In diesem Gebiet findet
sich eine extrem hohe Ameisenpopulation,
eine der größten in ganz Deutschland.
"Das verdeutlicht auch die gute
Fruchtbarkeit des Bodens."
Forstdirektor Gerhard Schneider ließ
keinen Zweifel, dass sich der
Forstbetrieb Waldsassen in die "Geotour
Boden" mit einbringt. Schließlich sei
man keine reine Holzeinschlagsfirma.
"Wir leisten auch etwas für unsere
Gesellschaft."
Schneider erinnerte daran, dass der
Forst in den vergangenen Jahren über 30
Hektar der Waldnaabaue zur ökologisch
höherwertigen Nutzung überlassen hat.
Weitere 50 Hektar würden zukünftig aus
der primären forstwirtschaftlichen
Nutzung herausgenommen. Besonders die
Arbeit für Tourismus, aber auch für
Naturschutz und Ökologie, sah Schneider
für den Forstbetrieb als größten
Waldbesitzer im Landkreis nicht nur eine
Verpflichtung, sondern auch eine
Herausforderung. "Wir sind Partner des
ländlichen Raums und wir wollen unseren
Beitrag zum Voranbringen unserer
liebenswerten Region leisten".
Diplom-Geologe Dr. Frank Holzförster,
wissenschaftlicher Leiter des
GEO-Zentrums, sah im Boden eine große
umweltpolitische Herausforderung. "Ein
gedankenloser Umgang mit dem Boden kann
zu unumkehrbaren Verlusten führen und
damit auch die Existenz des Menschen
gefährden." Schließlich beziehen fast
alle Pflanzen ihre Nährstoffe aus dem
Boden. Deshalb wolle man über seine
zentrale Bedeutung für die Umwelt und
die Ernährung des Menschen aufklären.
Landrat Wolfgang Lippert wünschte sich,
dass viele Fußgänger und Wanderer an der
Tafel verweilen und sich verinnerlichen,
was der Boden eigentlich bedeutet.
Weiter forderte er Schulklassen auf,
hier im Münchsgrüner Forst
vorbeizukommen, die GEO-Tour Boden zu
besuchen und die Einmaligkeit des Bodens
und seiner Schätze kennen zu lernen.
Über 2000 Ameisenhügel sind hier zu
bewundern und zeugen von der
Fruchtbarkeit des Bodens.