Derzeit
werden 25 Geopark-Ranger ausgebildet
- mit Gert Hartmann und Dr. Joachim
Nedvidek sind auch zwei Bad
Bernecker darunter
Man
kennt sie, die freiliegende Felswand
oberhalb des Gebrauchtwagenhandels
an der B303 oder die Felsen im
Kurpark. Aber als Diabase,
Gneismasse und untermeerische
Lavaausflüsse haben sie wohl nur die
wenigsten identifiziert. Das soll
sich ab September ändern, denn dann
halten in Bad Berneck zwei geschulte
Geopark-Ranger geologische Führungen
ab. Gert Hartmann und Dr. Joachim
Nedvidek stehen nach der
halbjährigen Ausbildung mit ihrem
Fachwissen für Bad Berneck und
Umland parat. Am vergangenen Samstag
fand in der Kurstadt eine
entsprechende Unterrichtseinheit der
insgesamt 25 angehenden
Geopark-Rangern statt.
Die
Felswand wird in Fachkreisen
Aufschluss genannt und gehört zur
Münchberger Gneismasse. „Das ist der
schönste und anschaulichste
Aufschluss dieser ganzen Masse. Das
Gestein ist 380 Millionen Jahre alt
und somit 60 Millionen Jahre älter
als das Fichtelgebirge“, verriet
Ausbilder Dr. Andreas Peterek,
Geschäftsführer des Geoparks
Bayern-Böhmen, der im weiteren
Verlauf viel Fachwissen kundtat.
„Dem späteren Führungsteilnehmer
wird dieses Wissen natürlich viel
plastischer und anschaulicher
weitergegeben.“
Die Ranger werden nicht nur in
Sachen Geologie geschult, auch
Flora, Fauna, Sprachschule,
Marketing und Recht dürfen nicht
fehlen. In der Kurstadt soll es ab
September zukünftig zwei bis drei
Führungen im Monat geben. Mit
verschiedenen Themen und Zielen will
man die breite Masse ansprechen.
Laut Peterek gäbe es nämlich auch im
Kurpark viel zu entdecken: „Man kann
im Bad Bernecker Kurpark eine ganze
Abfolge verschiedenster Gesteine
studieren. Am Eingang befindet sich
eine sehr schöne Wand mit
Kissendiabasen, während hinten am
Kiosk der Kalkstein zu finden ist.“
Die Führungen finden später nicht
regelmäßig zu festen Tagen statt und
werden laut Peterek im
Veranstaltungskalender, der Presse,
verschiedenen Online-Portalen und
dem geoparkeigenen
Veranstaltungsflyer bekannt gegeben.
Anfangs müsse man auf die
naturinteressierten Einheimischen
zählen, doch soll das Angebot der
Geopark-Ranger auch Touristen in die
Kurstadt locken. Wenn alles gut
anläuft, kann sich der
Geschäftsführer auch Busexkursionen
zu entfernteren Zielen vorstellen.
Momentan lägen manche interessante
Punkte noch unter viel Wildwuchs im
Dornröschenschlaf. Wie der
Aufschluss an der B303. Es gilt, sie
zu wecken. Peterek blickt in die
Zukunft: „Wenn diese
Sehenswürdigkeiten in Wert gesetzt
werden, dann kommen sie noch einmal
ganz anders zur Geltung.“ Konkret
meint er damit den Wildwuchs zu
bereinigen, Infotafeln und Geländer
zu errichten.