Kemnath
Im Keller der Vulkane
KEMNATH. Mit
„Willkommen auf dem Vulkan“ , begrüßte
der Leiter des Bayerisch- Böhmischen
Geoparks Dr. Andreas Peterek die vielen
Teilnehmer der geologischen Exkursion
„Vulkanische Geheimnisse des Waldecker
Schlossberges“.
Peterek
erklärte die Entstehung der Vulkane rund
um Kemnath.
Aus den 30 bis 80 Kilometer tief
gelegenen Magmakammern stiegen Gase und
1200 Grad heiße Magma durch die
Erdkruste nach oben. Sobald die heiße
Magma mit Grundwasser in Berührung
kommt, vergrößert sich das Volumen des
Wassers. War weniger als 300 Meter
Auflage vorhanden, kam es zu einer
mächtigen Explosion.
Ein riesiger Trichter wurde frei
gesprengt, Gase, Wasser, Magma und
Gestein aus dem Förderschlot
kilometerweit in die Luft geschleudert.
Ein großer Teil fiel wieder in den
Trichter zurück. Dieser Vorgang
wiederholte sich laufend bis eines Tages
ein Magmapfropfen den Gang zur
Magmakammer verschlossen hat. Durch
ständiges Nachobenschleudern der
Gesteine aus dem Maar wurden diese wie
in einer Kugelmühle abgerundet. Die
hohen Temperaturen und Drücke formten
pyroglastische Brekzien, die am
Kalvarienberg besonders gut zu sehen
sind. Der im Inneren stehen gebliebene
Basaltkern wurde durch die Erosion
freigelegt.
Zur Zeit der aktiven Vulkane lag die
Erdoberfläche zirka 200 Meter über dem
heutigen Niveau. Die Maare waren als
große Wasserflächen, in deren Grund die
Vulkane schlummerten, entlang der
Fränkischen Linie und im Egergraben
verteilt. „Heute stehen wir also im
Keller der Vulkane“, erklärte der
Geologe.
Vorsichtig stiegen die Besucher in den
„Vorhof zur Hölle“ in das Innere des
Vulkans ein. Mit einer Temperatur von
acht bis zehn Grad waren die vor rund
200 Jahren bergmännisch in den Sandstein
eingetriebenen Keller früher ideal für
die Vorratshaltung geeignet. Die schräg
aufgestellten Sandsteinschichten
deuteten auf die Verschiebungen der
Erdkruste an der Fränkischen Linie hin.
Wo heute Knolliger Hahnenfuß, Mittlerer
Wegerich, Zickzackklee, Fingerhut,
Nickendes Leinkraut, Heidenelke,
Zypressenwolfsmilch und viele andere
Basaltanzeiger gedeihen, hatte sich die
Bevölkerung des alten Marktes Waldeck
einen schönen Platz mit Südlage am Fuß
des Vulkanes für ihre Häuser ausgesucht.
Oben auf der Burg am Basalt konnte man
gut erkennen, wie sich durch das
Zusammenziehen beim Abkühlen in der
Magma Risse gebildet hatten. Bei
Basaltsäulen zum Beispiel auf dem
Parkstein entstanden die Risse senkrecht
zur Abkühlungsfläche und bildeten
bevorzugt sechseckigen Säulen. Unter den
vielen Einschlüssen fallen einem sofort
die gelblich grünen Olivine auf. Je
schneller die Magma nach oben steigt,
umso mehr Olivin wird nach oben
transportiert.
hrö