Sein
besonderer Gruß galt Professor Dr.
rer. nat. habil. Heinrich Vollrath,
den besten Kenner der Botanik auf
dem Schlossberg, sowie dem
Vorsitzenden des Heimatkundlichen
Arbeits- und Förderkreises Kemnath
und Umgebung (HAK), Hans Rösch.
Neben dem Modell des alten Marktes
Waldeck, am 20 Millionen Jahre alten
Kalvarienberg, erklärte Dr. Peterek
die Entstehung der Vulkane rund um
Kemnath.
Gewaltige Explosion
Aus den 30 bis 80 Kilometer tief
gelegenen Kammern stiegen Gase und
1200 Grad heiße Magma in Rissen der
Erdkruste nach oben. Sobald diese
mit Grundwasser in Berührung kam,
vergrößerte sich das Volumen des
Wassers um das 2000-fache. War
weniger als 300 Meter Auflage
vorhanden, kam es zu einer
gewaltigen Explosion, die einen
riesigen Trichter freisprengte,
Gase, Wasser, Magma und Gestein
wurden kilometerweit in die Luft
geschleudert. Ein großer Teil fiel
in den Trichter zurück. Dieser
Vorgang wiederholte sich, bis ein
Magma-Pfropfen den Gang zur -kammer
verschlossen hat.
Die hohen Temperaturen und Drücke
formten pyroklastische Brekzien, die
am Kalvarienberg besonders gut zu
sehen sind. Der im Inneren stehen
gebliebene Basaltkern wurde durch
die Erosion freigelegt. Zur Zeit der
aktiven Vulkane lag die
Erdoberfläche rund 200 Meter über
dem heutigen Niveau. Die Maare waren
als große Wasserflächen, in deren
Grund die Vulkane schlummerten,
entlang der Fränkischen Linie und im
Egergraben verteilt. „Heute stehen
wir also im Keller der Vulkane“,
erklärte der Geologe.
Martin Zehrer hatte einen Keller am
Fuß des Schlossberges für die
Besichtigung ausgeleuchtet.
Angesichts einer Temperatur von acht
bis zehn Grad waren die vor rund 200
Jahren bergmännisch in den Sandstein
eingetriebenen Keller früher ideal
für die Vorratshaltung geeignet. Die
schräg aufgestellten
Sandsteinschichten deuten auf die
Verschiebungen der Erdkruste an der
Fränkischen Linie hin.
Details zum Zickzackklee
Geoparkrangerin Schimmel und
Professor Vollrath erklärten beim
Aufstieg am Südhang zur Burgruine
die für den Schlossberg und damit
für den Basalt typischen Pflanzen.
Wo heute Knolliger Hahnenfuß,
Mittlerer Wegerich, Zickzackklee,
Fingerhut, Nickendes Leinkraut,
Heidenelke und Zypressenwolfsmilch
gedeihen, hatte sich die Bevölkerung
des alten Marktes einen schönen
Platz für ihre Häuser ausgesucht.
Nach einer Einführung in die
Geschichte der Burg und des alten
Marktes ging es hinauf zur Burg, wo
die Teilnehmer erkennen konnten, wie
sich durch das Zusammenziehen beim
Abkühlen in der Magma Risse gebildet
hatten. Bei Basaltsäulen wie auf dem
Parkstein entstanden die Risse
senkrecht zur Abkühlungsfläche und
bildeten bevorzugt sechseckigen
Säulen.
Unter den vielen Einschlüssen fallen
sofort die gelblich grünen Olivine
auf. Laut Dr. Peterek wurde dieses
Silikatmineral in 80 bis 100
Kilometern Tiefe aufgeschmolzen. Der
Geopark-Leiter erklärte die
geologischen Formationen und ihre
Entstehung rund um den Schlossberg.
Eine Besonderheit in Europa sei die
Tatsache, dass der Hessenreuther
Wald im Vorland in das Grundgebirge
(Steinwald) entwässere. Abtragungen
aus dem Alten Gebirge, das sich vor
60 Millionen Jahren um 3000 Meter
gehoben habe, finde man heute bis in
die Fränkische Schweiz und am
Walberla.
Die weiteren Veranstaltungen zu dem
Thema sind unter
www.geopark-bayern.de und
www.hakkem.de zu finden.