Von (hjs)
| 23.09.2009 | Netzcode: 2012347 | Neuer
Tag
Parkstein
Vulkan gibt Geheimnisse preis
Dr. Andreas
Peterek eröffnet Parksteiner Geo-Tage
mit Fachvortrag über Vulkanismus in
Region
Parkstein. (hjs) Mit dem gut
einstündigen Vortrag "Vulkane, Maare und
Basalte: eine Reise zu den Feuerbergen
der Oberpfalz" fesselte Dr. Andreas
Peterek am Samstag im Rathaussaal gut 30
Zuhörer. Der Geologe und Leiter der
Geschäftsstelle des Bayerisch-Böhmischen
Geoparks eröffnete damit zugleich die
vierten Parksteiner Geotage.
"Vulkane
verbreiten Angst und Schrecken. Sie üben
aber zugleich eine Faszination aus, weil
sie unerwartet ausbrechen können und uns
Menschen mit den gewaltigen Kräften der
Natur in Berührung bringen", meinte Dr.
Peterek.
Blick nach Amerika
Mit beeindruckenden Bildern von
feuerspeienden Vulkanen belegte er seine
Aussage. Der Experte erläuterte, dass
der überwiegende Teil der Vulkane an den
Schwächezonen in der Erdkruste an
kontinentalen Randplatten liegt, genauer
gesagt an der Westküste Nord- und
Südamerikas sowie an der Ostküste
Asiens.
Der Fachmann gab einen verständlichen
und spannenden Einblick in die explosive
Vergangenheit der Oberpfalz. "Hier
treten solche aktiven Vulkane derzeit
nicht auf, doch vor 20 Millionen Jahren
waren Ausbrüche keine Seltenheit. Damals
hat eine über Jahrmillionen andauernde
vulkanische Aktivität prägende
Landschaftselemente geschaffen."
Der Parkstein, der Rauhe Kulm, der Große
Teichelberg, der Anzenstein und der
Waldecker Schlossberg verdankten diesem
Vulkanismus ihre Existenz. "Die
einstigen Feuerberge der Oberpfalz
gehören zu einer Kette von Vulkanen, die
sich vom Parkstein, dem südlichsten
bayerischen Vulkan, über Basaltkuppen im
Raum Kemnath, das östliche
Fichtelgebirge, das Duppauer Gebirge und
das Böhmische Mittelgebirge bis nach
Polen erstreckt. "Es fällt auf, dass die
ehemaligen Vulkane in der Oberpfalz
entlang von Bruchzonen oder im Zentrum
solcher Bruchzonen liegen", meinte
Peterek.
Mit Wasser gefüllt
Auch die Entstehung von Maaren
erläuterte er. Dies seien einstige oder
noch tätige Vulkane, die schüssel- oder
trichterförmig in die Erdoberfläche
eingelassen seien. "Viele sind mit
Oberflächen- und Grundwasser gefüllt. Im
Verlaufe vieler Millionen Jahre können
sich diese Seen mit Sedimenten von den
Rändern auffüllen", erläuterte der
Fachmann.
Die Basaltberge im Oberpfälzer Hügelland
seien vermutlich abgetragenen Kerne
einstiger Maarvulkane. Erosion und
Abtragung hätten im Laufe der
Jahrmillionen die verschiedenen
vulkanischen Formationen verschwinden
lassen.
Heute liege die Oberfläche teilweise bis
zu 350 Meter tiefer als vor 20 Millionen
Jahren. Das habe dazu geführt, dass die
Basalthärtlinge herauspräpariert worden
seien.