Von
Harald Mohr | 10.02.2009 | Netzcode:
1708762 |
OWZ
Weiden
Goldrausch in der Oberpfalz?
Wer sucht, der findet das Edelmetall
auch
Sie brauchen
Geld? Am besten gleich in einer sicheren
Anlageform? Dann gehen Sie doch einfach
an den nächsten Bach. „Man findet in
allen Bächen und Flüssen Gold, es ist
gigantisch viel da...“, verkündet Dr.
Andreas Veit die gute Nachricht. Er
sprach vor kurzem in der Volkshochschule
auf Einladung des Bayerisch-Böhmischen
Geoparks mit Sitz in Parkstein über die
Goldsuche in der Region.
Doch die schlechte Nachricht folgte auf
dem Fuße: “…es ist nur fein verteilt.“
Wenn nur das Wörtchen „nur“ nicht wär’.
Dann könnte man zum Beispiel an den
Galgenbach südlich von Erbendorf gehen
und einfach ein Schaf-Fell hineinhängen.
So haben sie es früher gemacht, die
alten Goldsucher in der Oberpfalz. „Man
hat durch Nichtstun sein Gold gehabt“,
erklärte der Referent, der sein Geld
erheblich aufwendiger, nämlich als
freiberuflicher Geologe verdient.
Wenn man sein Fell an der richtigen
Stelle platziert hatte, musste man nur
zuschauen, wie sich das Fell allmählich
golden verfärbte. An der großen
Oberfläche des Fells blieben winzige
Gold-Flitterchen hängen, die sich auch
heute noch an den Stellen des
Galgenbachs ansammeln, an denen das
Wasser langsam strömt.
Aber man musste auf sein Fell aufpassen.
Der Spruch „Er sieht seine Felle davon
schwimmen“ mag aus dieser Zeit stammen.
Heute gibt es immer noch Gold im
Galgenbach. Hobby-Goldsucher und sogar
Kinder im Rahmen von Ferienprogrammen
sind hier als „Gold-Wäscher“ zu Gange.
Auch wenn die Methode mit den Fellen
heute nicht mehr funktioniert: Es ist
immer noch so viel Gold da, dass man es
aufgrund seines extrem hohen
spezifischen Gewichts von 19,3 Gramm pro
Kubikzentimeter mit etwas Übung leicht
durch Schwenken der Wasch-Schüssel vom
umgebenden Sand trennen kann. Während
der Sand sich wegschwemmen lässt, bleibt
das Gold einfach in der Schüssel liegen.
Tipp vom Fachmann: „Eine klassische
Goldfalle ist hinter Wasserfällen.“ Aber
auch Risse, Wirbellöcher und Biegungen
sind gute Kandidaten, um mit der
Schüssel Sand zu waschen: „Da ist immer
Gold mit drin.“
Nur halt sehr, sehr wenig. „Ein Tag
Waschen, dann hat man vielleicht drei
Körner“, schätzt Dr. Andreas Veit mal
ganz grob. Und die Körner sind nicht
wirklich groß: „Ein Zehntel Millimeter,
wenn man Glück hat ein Millimeter, mit
ganz viel Glück vier Millimeter.“ Kein
Wunder, dass fast alle Hobby-Goldsucher
ihre Gold-Krümelchen lieber daheim in
die Vitrine stellen, statt sie an einen
Juwelier oder Goldschmied zu verkaufen.
„Reich wird man dabei nicht“, nimmt Dr.
Andreas Veit Glücksrittern die Hoffnung.
Dennoch könnte die Oberpfalz wieder ein
Eldorado (spanisch: „Der Vergoldete“,
nach der Sage eines legendären
Goldlandes in Südamerika) werden.
Entlang der geologischen Störungszone
„Fränkische Linie“, die sich von
Bayreuth bis in den Bayerischen Wald
zieht, liegen gleich vier der
„klassischen Goldgebiete“ Deutschlands:
neben Erbendorf vor allem Goldkronach
bei Bayreuth (wo man das im Jahr 2004
eröffnete Goldbergbau-Museum besuchen
kann. Informationen unter
www.goldbergbaumuseum.de), aber auch
die Gegend südlich von Neualbenreuth und
die Region südlich von Vohenstrauß. Dort
suchte die Deutsche Rohstoff AG jüngst
nach abbauwürdigen Goldvorräten. „Heuer
im Frühjahr wird über den Abbau
entschieden“, weiß Dr. Andreas Veit.
Dr. Andreas Peterek von der
Geschäftsstelle des Geoparks wusste auch
über ein „konkurrierendes Projekt“ zu
berichten: Sandgruben in der
Haidenaabaue gelten demnach als mögliche
Goldgruben der Zukunft, wenn man nur
alle Sandkörnchen raffiniert genug nach
Goldkrümeln absucht. Denn wie gesagt:
Gold ist fast überall, man muss es nur
effizient anreichern, was die Natur
schon seit Äonen von Jahren tut. Als
Edelmetall geht Gold nämlich fast keine
chemischen Verbindungen ein und ist
sozusagen „unkaputtbar“. Deshalb ist es
auch Jahrmilliarden nach der Entstehung
der Erde immer noch so „frisch“ wie am
ersten Tag, während eine Bremsscheibe
aus Gusseisen schon Minuten nach der
Autowäsche massiv zu Rosten anfängt.
Informationen zu weiteren interessanten
Vorträgen auch im Internet unter
www.geopark-bayern.de oder bei den
Mitveranstaltern
www.geozentrum-ktb.de und
www.vhs-weiden.de.