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| Geologische
Wandertour Arzberg - G'steinigt - Feisnitzspeicher - Kohlberg - Arzberg (ca.
8 km) |
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Im
Naturschutzgebiet G’steinigt und im Tal bei Elisenfels durchwandern wir die
ältesten Gesteinsformationen des Fichtelgebirges – vorbei an malerischen
Felsformationen erfahren wir am Feisnitzspeicher etwas über Pflanzenreste
eines subtropischen Klimas im Tertiär und genießen vom Aussichtsturm
Waldenfelswarte den Blick auf eine Vulkanlandschaft. Streckenlänge: ca. 8
km, Höhenunterschied: 62 m, leichte Wegstrecke.
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Stadtwappen Arzberg
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Start am Rathaus von Arzberg / Historische
Hammerschmiede [Karte]
Wir beginnen unsere Wanderung am Parkplatz vor
dem Rathaus von Arzberg. Zur Erinnerung an die Bedeutung der Eisengewinnung
und -verarbeitung in den Hammerwerken in Arzberg wurde hier ein historischer
Schmiedehammer errichtet. Dieser ist nach umfangreicher Restaurierung eine
technikgeschichtliche Rarität.
Wir folgen zunächst dem Rundweg 6 (Alexander-von-Humboldt-Wanderweg)
der Röslau talaufwärts. Nach Überquerung der Straße geht es nach rechts,
dann die erste Abzweigung nach links in Richtung der Informationstafel am
Wallenstein-Radwanderweg und dem auffälligen Pfahl mit dem Hinweis auf den
Waldlehrpfad des Fichtelgebirgsvereins. Dieser Lehrpfad wird uns einen
großen Teil unseres Weges begleiten. |
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Tipp:
Vergrößern Sie
die Bilder durch anklicken!

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Arzberg
Bergbau in Arzberg
Hammerschmiede am Parkplatz Rathaus
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Arzberg liegt im Tal der
Röslau, dem unsere Wanderung zunächst talaufwärts folgen wird.
Der Name leitet sich von „Erzberg“ ab und bezieht sich auf den
Reichtum an Eisenerz in früherer Zeit. Der Arzberger
Eisenerzabbau ist mit der älteste im Fichtelgebirge. Bereits
1280 erhielt Arzberg eine Bergordnung, das heißt ein Gesetz, das
den Abbau des Erzes regelte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Arzberg
1268. Stadtrechte erhielt der Ort 1408 durch den Burggrafen von
Nürnberg.
An die Zugehörigkeit zu Nürnberg und
an den Eisenerzabbau erinnert das Stadtwappen. So ist die
silbrig-rote Umrahmung des Wappens und der rot bewehrte Löwe dem
Wappen des Burggrafen entlehnt. Der Erzberg links
im Wappen und die Hacke in der Hand des Löwen sind Sinnbild für
den Erzreichtum und dessen Abbau.
Der Bergbau wurde zunächst im
Tagebau betrieben, schon bald wurden aber Schächte und Stollen
in die Tiefe getrieben und unter Tage gearbeitet. 1780 arbeitete
man in Arzberg in 20 Zechen, zur Zeit der letzten großen
Eisenerzblüte im 19. Jahrhundert in bis zu 42 Gruben mit rund
150 Bergleuten (um 1820). Zusammen mit seinen vielen
Hammerwerken war die Bergwerksstadt Arzberg vom Mittelalter bis
in das 19. Jahrhundert damit eine der bedeutendsten
Eisenproduktionsstätten in Mitteleuropa. An diese Bedeutung
erinnert heute die Naturparkinfostelle „Kleiner
Johannes“ mit seiner Ausstellung [mehr].
Mit seinen Eisenerzen verbunden ist
auch die hohe Bedeutung von Arzberg im 16. und 17. Jahrhundert
in der Büchsenmacherei und in der Kugelgießerei. Besonders für
das Schmieden von Gewehrläufen und seine Büchsenschlosserei war
Arzberg weit bekannt. In vielen Waffensammlungen im In- und
Ausland finden sich heute Stücke aus Arzberg.
Um 1866 kam der Eisenbergbau in
Arzberg zum Erliegen. Zwar wurde er um 1890 und von 1938 - 1941
nochmals aufgenommen, rentierte sich jedoch nicht mehr. Mit dem
Niedergang der Eisengewinnung und -verarbeitung setzte die
Bedeutung von Arzberg als Porzellanstadt ein.
[mehr u. a. bei
wikipedia.de und
natürlich beim
Fichtelgebirgsverein]
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Talaue der Röslau
[Karte]
Wander- und Radwanderweg führen durch die
verhältnismäßig breite Talaue des Röslau. Das Wasser der Röslau fließt
hier über den Mühlenkanal der Mühle zu, nur ein Teil folgt dem
natürlichen Gewässerverlauf.
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Nagelmaschine von 1920 [Karte]
Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir eine
Straße. Wir folgen dem Rundweg Nummer 6 (zusammen mit den Wegen Nr. 1,
Blaupunkt und Röslauwanderweg R) nach links und stehen nach wenigen
Metern vor einer weiteren technikgeschichtlichen Besonderheit: eine
Nagelmaschine von 1920, die bis zu 50 Nägel pro Minute produzieren
konnte (bis 1975 in Betrieb). Die Nagelmaschine soll daran erinnern,
dass hier in Arzberg die älteste Nagelfabrik Bayerns und vermutlich
sogar Deutschlands gegründet worden ist (1847). Die Ansiedlung der
Nagelfertigung geht wiederum auf den Eisenerzreichtum Arzbergs zurück.
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Nagelmaschine
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Imposante Felsformationen im G`steinigt
[Karte]
Wir folgen der Straße und wenden uns vor dem
Gebäude der Nagelfabrik nach links. Nun geht es zwischen Röslau und
Fabrik auf einem schmalen Weg weiter. Jenseits der Röslau tauchen die
ersten Felsen auf. Das Tal wird deutlich enger, wir betreten das
Naturschutzgebiet des G’steinigt. Nach einigen 100 Metern die Treppe
abwärts und schon tauchen die ersten Felsen auch auf unserer Seite der
Röslau auf. Es lohnt sich, die Strukturen in den Felsen einmal näher zu
betrachten. Die Felsen bestehen aus Phylliten im Wechsel mit feinplattigen
quarzreichen Gesteinen (Quarziten).
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Geologische Information Elisenfels
Phyllite sind durch Druck und Temperatur aus Tonschiefern entstandene
metamorphe Gesteine. Phyllite zeigen auf ihren Schieferungsflächen meist
einen seidigen Glanz. Die Schieferung in den Gesteinen ist in teilweise
sehr gleichmäßige Falten gelegt (Foto). Die metamorphe Umwandlung der
ursprünglichen Tonschiefer in ein metamorphes Gestein und die Falten
sind Ausdruck der variskischen Gebirgsbildung, die vor ungefähr 320
Mill. Jahren in unserem Raum ihren Abschluss gefunden hat. Diese
ursprünglichen Ablagerungsgesteine wurden in der geologischen Zeit des
Ordoviziums (vor 495 bis 443 Mill. Jahre) in einem Meer abgelagert. Sie
gehören zu einer der ältesten Gesteinsformationen des Fichtelgebirges,
die man ursprünglich als die Arzberger Formation bezeichnet hat. Während
der Auffaltung des variskischen Gebirges wurden die Gesteine im Kern des
Gebirges in die Tiefe gedrückt bzw. durch große Gesteinsmassen
überlagert.
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Phyllite im G'steinigt |
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„Zahllose
Felsenstücke sind in sein Bette herabgerollt, und tosend stürzt er sich
über dieselben hinweg. Der Fichtenwald zieht sich bis an das Ufer herab
und macht das kaum gangbare Tal noch düsterer und schauerlicher ...
Obgleich der gewöhnliche Weg nach Arzberg bequemer und kürzer ist, so
lohnet doch ein manneichfaltiger Naturgenuss, den Fußsteig durch dieses
Tal zu verfolgen.“
Goldfuß & Bischof 1817 |
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G’steinigt – Fenster in
die Erdgeschichte
Das G’steinigt ist ein geschützter
Landschaftsbestandteil, in dem die Röslau in einem engen Tal Gneis- und
Phyllitformationen durchschneidet. Aufgrund seiner besonderen Tier- und
Pflanzenwelt ist das G'steinigt
schon seit 1938 ein Naturdenkmal. 1997 wurde dieser Schutz durch
Ausweisung als geschützer Landschaftsbestandteil an das aktuelle
Naturschutzrecht angepasst. Um das Gebiet langfristig zu schützen wurde
es
1996 durch den Fichtelgebirgsverein e. V. mit Zuschüssen
durch den Bayerischen Naturschutzfonds, den Landkreis Wunsiedel und die
Stadt Arzberg gekauft. Informationstafeln des Fichtelgebirgsvereins
informieren entlang des Weges über die besondere Tier- und Pflanzenwelt.
In ihrer „Physikalisch-statistischen Beschreibung des Fichtelgebirges“
von 1817 schildern der damals in Erlangen wirkende Hochschuldozent Georg
August Goldfuß (später Professor für Zoologie, Paläontologie und
Mineralogie an der Universität Bonn) und Gustav Bischof das
wildromantische Tal wie nebenstehend zitiert.
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Silberquelle
[Karte]
Einige 100 m weiter kommen wir an die Silberquelle, die 1919 gefasst
wurde. Die Silberquelle ist jedoch keine natürliche Quelle. Das Wasser
tritt aus dem verschütteten Stollenmundloch eines Entwässerungsstollens
aus. Dieser Stollen von 1863 diente zur Entwässerung des Schachts
„Morgenstern“. Die Silberquelle markiert aber auch den Platz einer
ehemaligen Erzwäsche. Eine Erzwäsche diente der Säuberung und
Aufbereitung des Erzes vor der Verhütung [mehr
zur Erzwäsche bei Wikipedia.de].
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Talmäander der Röslau
[Karte]
Weiter geht es auf dem schmalen Pfad entlang der Röslau. In einem
zunächst schwachen, dann scharfen Bogen ändern wir mit der Röslau unsere
Laufrichtung und wenden uns bis zum Gasthof in Elisenfels sogar ein
Stück entgegen unserer bisherigen Wegstrecke. Grund dafür ist, dass
unser Weg der Schlinge der Röslau folgt (siehe
Karte).
Man bezeichnet eine solche Flussschlinge als Talmäander. |
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Elisenfels
[Karte]
Wer will, kann im Gasthaus oberhalb der Röslauschlinge eine Rast
einlegen. Danach geht es abwärts nach Elisenfels, wo wir uns vor der
Brücke zunächst kurz nach rechts begeben. Nach wenigen Metern prägen
malerische Felsen den Straßenrand (Vorsicht vor Steinschlag und
fahrenden Autos!).
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Elisenfels - Villa auf uralten Gesteinen des Fichtelgebirges |
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Geologische Information
Die Felsen in Elisenfels gehören zu den ältesten Gesteinen des
Fichtelgebirges, die im tieferen Kambrium (die geologische Zeit vor 495
– 443 Mill. Jahren) oder sogar noch vorher abgelagert worden sind (im
Präkambrium) [Zeittafel]. Der genaue Blick auf die zahlreichen
Anschnitte in den Felsen zeigt, dass die Gesteine (graue gebänderte
Gneise und Glimmerschiefer) besonders intensiv verformt worden sind. Bei
hohen Drucken und Temperaturen von über 550 ° C wurden die Gesteine
durch die über sie hinweg gleitenden Gebirgsmassen zerschert,
sie sind zerglitten wie ein Spielkartenstapel. Dabei sind ursprünglich
vorhandene Falten auseinander gerissen worden und heute nur noch in kleinen
Resten erhalten – Ausdruck der enormen Kräfte während der
Gebirgsbildung. Das unruhige, zerscherte Strukturbild der Gesteine von Elisenfels ist anders als das regelmäßige Bild, das wir zuvor im
G’steinigt gesehen haben. Vermutlich sind uns in den Gesteinen von
Elisenfels (und später dann auch am Feisnitzstausee) sogar Überbleibsel
einer noch älteren als der variskischen Gebirgsbildung oder einer sehr
frühen Phase davon erhalten geblieben. Hier besteht unter den Fachleuten
jedoch noch keine einheitliche Meinung.
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Komplexe Faltenbilder in Elisenfels - Relikte einer älteren Phase der
variskischen Gebirgsbildung oder einer vorangegangenen Gebirgsbildung |
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Feisnitzspeicher
[Karte]
Wir wenden uns wieder zurück und überqueren die Röslau, um anschließend
der Straße leicht bergauf zu folgen. Wir folgen ihr nun gut einen
Kilometer bis zur Staumauer des Feisnitzspeichersees.
Von der Staumauer sei es jedem selbst überlassen, den Weg zum
Gasthof Seeklause am Vordamm zu wählen. Landschaftlich sind beide
Möglichkeiten (links oder rechts herum) lohnenswert.
Gut ausgebaute Wege rund um den
Feisnitz-Stausee laden zum Spazierengehen ein. |
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Information Feisnitz-Stausee
Der Feisnitz-Stausee (auch
Feisnitzspeicher) ist ein 1,3 km langer Stausee im Tal der
Feisnitz am Fuß des Kohlberges.
Seine Fläche beträgt rund 15 Hektar, seine größte Wassertiefe 19 m. Die
Höhe der Staumauer beträgt 19,3 m, ihre Länge 150 m. Der
Feisnitzspeicher wurde von der damaligen Bayerischen
Elektrizitätslieferungsgesellschaft (BELG) bzw. der
Elektrizitäts-Versorgung Oberfranken (EVO) als Kühlwasserreservoir für
das Kraftwerk Arzberg aufgestaut (1972/73). Das Stauwasser sollte vor
allem dazu dienen bei Niedrigwasser der Röslau die Entnahme von
Kühlwasser durch das Kraftwerk zu kompensieren. Der Stausee ging später
in den Besitz der
E.ON AG über. Das Kraftwerk
Arzberg wurde 2003 stillgelegt und der Stausee an die Stadt Arzberg
übergeben. Heute dient er inmitten einer herrlichen
Mittelgebirgslandschaft dem Baden und Erholen.
Haupt- und Vorsperre werden auch zur Fischzucht genutzt. Die
Hauptfischarten sind: Forelle, Hecht, Zander, Karpfen, Schleie, Wels,
Aal, in der Vorsperre auch Weißfisch. An der Vorsperre liegt eine
Gaststätte und ein Campingplatz.
Die Vorsperre wird im Volksmund
Klausen genannt. Der Damm der Vorsperre ist 9,25 Meter hoch, 120 Meter
lang und die Staufläche vier Hektar groß bei einer größten Wassertiefe
von sieben Metern.
Im Gebiet des heutigen Stausees befand sich von 1792 bis 1832 die
Zeche „Treue Freundschaft“. In dieser wurde in bis zu
vier bis sechs Meter tiefen Schächten Alaun aus schwefelkieshaltigen,
bituminösen Braunkohlen gefördert. Um 1870 entstand im Bereich der
Tagebaugrube der Klausenteich. Von hier aus führte ein Kanal unter
leichtem Gefälle nach Elisenfels, wo das Wasser in einer Turbinenanlage
für die dortigen Spinnereien Strom erzeugte. Dieser Teich wurde 1913 bei
einem Hochwasser zerstört, doch 1935 von dem damaligen Gastwirtsbesitzer
der Klause – die im heutigen Speichersee lag – neu angelegt. Beim Bau
des jetzigen Speichers verschwanden alle damaligen Anlagen im Stausee.
Als Ersatz für die Klause wurde auf der östlichen Seite des Vordammes
die neue
Gaststätte Seeklause gebaut.
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Geologische Information
Alaunbergbau
Die schwefelkieshaltige und bituminöse Braunkohle, die in Klausen abgebaut
worden ist, ist in Ablagerungen enthalten, die in der geologischen Zeit
des mittleren Tertiärs vor ca. 20 – 23 Millionen Jahren von einem
Vorläuferfluss der heutigen Röslau hier abgelagert wurden. Unter
warm-feuchten, tropischen Klimabedingungen wurden die breiten Talgründe
der damaligen Röslau von üppigen Galeriewäldern begleitet. In Altwasser-
und Seichtwasserbereichen der Röslau wurde das abgestorbene
Pflanzenmaterial zusammengeschwemmt und schließlich von Tonen abdeckt.
In diesen sind viele Pflanzenabdrücke gefunden und wissenschaftlich
beschrieben worden. Die Vergesellschaftung der Pflanzen geben uns heute
wichtige Informationen über das damalige Klima.
Alaun ist ein
Kalium-Aluminium-Sulfat-Mineralstoff, der bei der Oxidation von
Schwefelkies (FeS2) entsteht. In historischen Zeiten wurde
Alaun vielfältig eingesetzt:
1) medizinisch zur Blutstillung und Deodorant
2) Bleichmittel für Wolle
3) Zum Gerben von Leder
4) Zur Herstellung von Schwefelsäure
5) Zur Behandlung von Papier, um das Zerfließen von Tinte zu vermeiden.
Heute ist der früher wichtige natürliche Rohstoff Alaun durch künstlich
hergestellte Aluminiumsulfate ersetzt worden. |
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Am Standort 9 (Vorsperre): Faltenbilder - Zeugnisse der Gebirgsbildung
in großer Tiefe im Erdinneren (Vergrößern durch Anklicken) |
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Vordamm | Seeklause
[Karte]
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Unser nächster Standort liegt am östlichen Ende des Vordammes, von wo
aus man sich die rundlichen, schärenartigen Felsen knapp neben der
Fahrstraße ansehen kann. Sie gehören geologisch in die gleiche
Gesteinsformation wie die Felsengruppe in Elisenfels. Auch hier lassen
sich besonders schön die unter hohen Drucken und Temperaturen im
Erdinneren intensiv verformten Gneise studieren – wunderbare Zeugnisse
der geologischen Prozesse in einem Gebirge, das in Mitteleuropa vor
Jahrmillionen entstanden ist.
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Unser weiterer Weg führt
links am Gasthof Seeklause vorbei in Richtung der
Waldenfelswarte, einem
Aussichtsturm auf dem Kohlberg. Der Weg führt teilweise steil bergauf,
ist aber gut zu begehen. Der Kohlberg hat seinen Namen von den
ehemaligen Kohlenmeilern, die für die Eisenverhütung in Arzberg das
Brennmaterial lieferten und hier vor 100 Jahren noch im vollen Betrieb
waren. Oft wird der Kohlberg scherzhaft auch Zuckerhut genannt. Dies
erinnert daran, dass hier einst der Schmuggel von Zucker über die
damalige preußisch-bayerische Grenze florierte. |
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Schärenartige Felsbildungen an der Vorsperre mit intensiver Verfaltung
der Schieferung. |
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Kohlberg (Zuckerhut)
[Karte]
Auf dem Gipfel des Kohlberges angekommen, können wir den hohen
Aussichtsturm der Waldenfelswarte besteigen. Obwohl der größte Teil des
früher hier vorhandenen Rundumblicks mittlerweile durch die hohen Bäume
versperrt ist, lohnt das Besteigen. Vor allem nach Norden öffnet sich
die weite Landschaft des inneren Fichtelgebirgs-Hufeisens und ihr
Übergang in das östlich angrenzende Egerer Becken. Nach Nordosten
erheben sich die abgeflachten Gipfel des Steinberges (Bayern) und
Plattenberges (Blatná, Tschechien), zwei tertiäre Vulkanbauten zwischen
denen sich die Eger auf ihrem Weg nach Böhmen durchzwängt. Wieder
abgestiegen folgen wir dem Hauptweg entlang des Höhenrückens nach
Osten. |
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Geologische Information
Kohlberg
Der Kohlberg und seine Fortsetzung nach Nordosten (zum Lindenberg)
werden von sehr quarzreichen Gesteinen aufgebaut. Dabei handelt es sich
um Quarzite aus der Frauenbach-Gruppe, die aus der geologischen Zeit des
Ordoviziums stammen [Zeittafel].
In Bruchspalten (Klüften) kommen in diesen Gesteinen bisweilen schöne
Bergkristalle vor. Gegenüber der Verwitterung und Abtragung ist der „Frauenbachquarzit“
recht widerständig. Daher bildet er den markanten Höhenrücken.
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Für den Rückweg nach Arzberg kann man den kürzeren Weg wählen, der nach
einigen 100 Metern Strecke nach Norden vom Hauptweg abbiegt
(Ausschilderung beachten). Alternativ kann man dem Höhenrücken weiter
nach Nordosten folgen.
Beim Heraustreten aus dem Wald können wir den Blick auf die Landschaft
genießen. Nach Überquerung der Straße Arzberg – Waldsassen geht es ein
kurzes Stück Richtung Seedorf nach Osten, dann aber den Forstweg links
ab Richtung Arzberg (Richtung Skipiste).
[Karte]
Nach
600 m durch den Forst öffnet sich der Blick auf das Röslautal und die
jenseits liegende Landschaft. Auch einen Blick nach Tschechien können
wir genießen und bei guter Sicht auch auf die südlichste Spitze
Sachsens: den markanten Kapellenberg, die höchste Erhebung des
Elstergebirges (759 m ü.d.M.).
[Karte]
Weiter geht es auf dem markierten Weg links von der Skipiste nach
Arzberg und zurück zu unserem Ausgangspunkt.
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