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EFRE-Programm finden Sie
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| Geopunkte in der Region Karlovy Vary (Karlsbad) |
Sehr geehrte Nutzer dieser
Seite!
Hier erstellen wir zurzeit für
Sie die Informationsseite zu den rund 40 Geopark-Lokalitäten im
tschechischen Teil des Geoparks (Region Karlsbad). An einem Großteil dieser
Lokalitäten sind bereits Informationstafeln aufgestellt worden.
Über den Link MAPY.CZ leiten wir
Sie auf die tschechische Version von Google maps weiter. Dort haben wir die
Lage der Tafeln auf wenige Meter genau eingetragen. Nutzen Sie auch die
Luftbilder (Fotomapa).
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Abertamy |
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Abertamy (Abertham) entstand als
Bergarbeitersiedlung. In der Mitte des 16. Jahrhunderts war das
Bergbaurevier einer der wichtigsten Silberlagerstätten in Böhmen, die
schon ab Ende des 16. Jahrhunderts an Bedeutung verlor. Nach dem Zweiten
Weltkrieg entwickelte sich in Abertamy ein wichtiger Uran-Bergbau.
Zwischen 1946 - 1965 entstanden in diesem Zusammenhang über 50 km
Stollen. Direkt in der Stadt befanden sich die Schächte Jeroným und
Albrecht.
Gegenwärtig zählt
Abertamy aufgrund seiner malerischen Lage am Fuß des Berges Plešivec zu
den beliebten Erholungszentren und erlebt in den letzten Jahren einen
neuen Aufschwung. An der Erneuerung der örtlichen Kulturdenkmäler
beteiligen sich in bedeutendem Umfang auch die ehemaligen deutschen
Einwohner.
Geopark-Informationstafel
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Hřebečná (Hengst bzw. Hengstererben)
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Hřebečná (ursprünglich
Hengst, später Hengstererben) ist aus einer Bergbausiedlung hervorgegangen.
Abgebaut wurde bereits seit dem 14. Jahrhundert eine reiche Zinnlagerstätte.
Im Bergbaurevier "Am Vorderen Hengst" wurden Zinnerze aus 15 Hauptgängen
gewonnen. Das Zinn wurde aus ca. 60 m Tiefe gefördert, ausnahmsweise aus bis
über 100 m. Im 16. Jahrhundert lieferten die Gruben am Vorderen und Hinteren
Hengst durchschnittlich über 50 Tonnen Zinn jährlich, d.h. doppelt so viel
wie in Horní Blatná und viermal mehr als in Boží Dar.
Über die Ausmaße des einstigen Bergbaus
zeugen bis heute riesige Pingen, die durch Zusammenwirkung von über- und
untertägigen Abbau entstanden. Die größte ist die ca. 250 m lange, bis zu 50
m breite und 30 m tiefe Rote Grube (Georgspinge). Es ist die größte bekannte
Pinge in Tschechien.
Der Bergbaugeschichte und weiteren
interessanten Themen ist ein Lehrpfad in der Umgebung von Hřebečná gewidmet.
Geopark-Informationstafel
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Boží Dar |
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Mit ihrer Lage in 1028 m
Meereshöhe ist Boží Dar die höchstgelegene Siedlung in Mitteleuropa. Ihre
Entstehung geht auf den Zuzug von Bergarbeitern Ende des 15. Jahrhunderts
zurück. Bedeutend waren der Silber- und Zinnbergbau. Nach dem 30-jährigen
Krieg kamen Kobalt und Arsen hinzu. Nach 1945 wurde vor allem Uran abgebaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Boží Dar
nahezu entvölkert. Die Lage hat sich nach 1971, als in der Nähe ein
Grenzübergang eröffnet wurde, etwas geändert. Nach 1990 wurde Boží Dar
wieder zu einem bedeutenden Touristenzentrum für Winter- und Sommersport.
Weitere besondere Sehenswürdigkeiten:
St.-Anna-Kirche mit zinnernem Taufbecken, spätklassizistisches Rathaus.
Geopark-Informationstafel
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Ryžovna (dt. Seifen) |
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Ryžovna entstand an der
Stelle einer Bergbausiedlung, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf reichen
Zinnvorkommen gegründet worden war. Das Zinnerz wurde durch Waschen (Seifen)
gewonnen. Später richtete sich der Bergbau auf Silbererzgänge. Neben Silber
hat man auch Wismut gewonnen. In den Jahren 1946 – 1959 wurden hier auch 1,4
Tonnen Uran gefördert.
Die Landschaft um Ryžovna
ist von mehreren Basaltvorkommen geprägt, die vor 35 - 17 Millionen Jahren
entstanden sind. Diese bilden auffällige Erhebungen, wie z. B. den
Božídarský Špičák, Plešivec u. a.. Aus Basalt besteht auch der Kamm zwischen
Ryžovna und Hřebečná. Das Gestein ist in einem aufgelassenen
Steinbruch gut erschlossen, dort kann man auch modellartig ausgebildete
Abkühlungssäulen (Basaltsäulen)beobachten. Der Basalt gehört zu einer
größeren Lavadecke, die über älteren Schottern und Sanden ausgeflossen ist.
Diese tertiären Sedimente sind Äquivalente zu Gesteinsschichten im
Erzgebirgsvorland (im Egergraben). Zur Zeit ihrer Ablagerung gab es das
Erzgebirge in seiner heutigen Form noch nicht. Dieses hat sich erst in
geologisch junger Zeit gehoben.
Bis zum Zweiten Weltkrieg
standen in Ryžovna über 80 Häuser, eine Schule und eine Kirche. Im Ort
lebten damals mehr als 400 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die
Gemeinde, bis auf einige Häuser, dem Erdboden gleich gemacht. In den Jahren
2005 – 2006 führte die Stadt Boží Dar mit finanzieller Unterstützung der
Europäischen Union und des Karlsbader Bezirkes eine Rekonstruktion der alten
Sennhütte durch, in der sich heute eine Käserei, Pension und Gaststätte
befinden. Die Besucher können hier die regionalen Milch-Spezialitäten von
Kühen und Schafen probieren, die auf den umliegenden, unbelasteten
Kräuterwiesen weiden.
Geopark-Informationstafel
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Čistá (Bad Lauterbach) |
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Nordwestlich der Wüstung
Čistá (Bad Lauterbach) liegt die ehemalige Zinngrube Hieronymus (Jeroným),
die bereits1548 urkundlich erwähnt wurde. 1551 erhielt Čistá das Bergrecht
und die Privilegien einer Bergstadt.
Die Grube Hieronymus
lieferte während ihrer gesamten Geschichte schätzungsweise 500 – 700
Tonnen Zinn. Sie war damit nie so reich und bedeutend wie andere Bergwerke
in der Region, dafür ist sie aber in ursprünglicher Gestalt erhalten
geblieben. Im zentralen Bereich der Grube befindet sich eine beeindruckende
Abbaukammer aus dem 16. Jahrhundert. Einige der Abbaukammern erreichen 30 m
Länge, 10 m Breite und bis zu 8 m Höhe. In etlichen Räumen sind Wände und
Decken durch den beim Feuersetzen entstandenen Ruß schwarz gefärbt. An den
Wänden finden sich zahlreiche Kerben und Abbauspuren durch Schlägel und
Eisen.
Im Februar 1990 wurde die
Grube Hieronymus zu einem staatlich geschützten Kulturdenkmal erklärt.
Gegenwärtig wird daran gearbeitet, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu
machen.
Geopark-Informationstafel
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Tagebau Družba in Sokolov |
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Die Grube Družba ist ein
Tagebau auf Braunkohle. Ihre Anfänge gehen in das 17. Jahrhundert zurück,
seit dem 19. Jahrhundert wurde sie für die industrielle Nutzung der Kohle im
größeren Maße ausgebeutet. Zu einem großen Aufschwung der Förderung kam es
nach der Fertigstellung der Eisenbahn von Nordböhmen nach Eger im Jahre
1871. Die Kohle diente nicht nur als Energielieferant, sondern wurde auch in
den Brikett- und Chemiefabriken weiterverarbeitet. Aus der an Wachs reichen
Sokolover Kohle wurden u. a. Ruß zur Farbenherstellung, Erdwachs, Teer,
Leichtöl und Koks erzeugt.
Zum Ende des Zweiten
Weltkriegs waren in der Umgebung von Sokolov 39 untertägige Bergwerke und 15
Tagebaue im Betrieb. Die untertägigen Gruben wurden nach und nach
geschlossen und zunehmend der Abbau im Tagebau ausgedehnt. Der Abbau
erreichte 1983 mit über 23 Millionen Tonnen Kohle seinen Höhepunkt.
Gegenwärtig wird nur noch in den Tagebauen Jiří und Družba gefördert. Durch
den Bergbau wurden in der Region ca. 50 km2
Fläche beeinträchtigt.
Geopark-Informationstafel
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Sandgrube Erika (Sokolov) |
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Die Grube Erika ist unter Wissenschaftlern international bekannt für
ihre gut
erhaltenen Pflanzenreste aus dem Alttertiär (Eozän; Staré-Sedlo-Schichten).
Die fossile Pflanzengemeinschaft weist Merkmale eines immergrünen Regenwäldes der subtropischen Zone auf. Zu den typischen Baumarten
gehören unter anderem Zimtbäume (Daphnogene cinnamomea), ein Vorgänger der
Eiche (Eotrigonobalanus furcinervis), Lorbeerbäume (Laurus), Gagel
(Myrica)
und fächerblättrige Palmen (Sabal). Die Sandgrube Erika zeigt eines der am
Besten in der Region erschlossenen Profile der Staré-Sedlo-Schichten.
Die aufgelassene Sandgrube
stellt nicht nur ein wichtiges Geotop, sondern auch ein wertvolles Feucht-
und Wasserbiotop dar.
Geopark-Informationstafel
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Horní Blatná (dt. Platten) - Lehrpfad
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Horní Blatná gehörte in der
Vergangenheit zu den bedeutendsten Zinnlagerstätten in Böhmen. Das Zinn hat
man in der Umgebung wahrscheinlich bereits seit dem 14. Jahrhundert
gewaschen. Das Zinnerz Kassiterit (Zinnstein) wurde aus sandartig
verwitterten Ausbissen zinnsteinführender Gänge gewonnen. Neben Zinn wurden
auch Silber und Eisen gewonnen.
Die Blütezeit des
Zinnbergbaus dauerte bis zum Ende des 16. Jahrhundert. Der anschließende
Verfall wurde hauptsächlich durch eine gesamteuropäische Wirtschaftskrise
und durch die Erschöpfung der seichten, leicht zugänglichen
Lagerstättenbereiche verursacht. Schwere Rückschläge erlitt der Bergbau auch
durch den Dreißigjährigen Krieg 1618 - 1648, die Auswanderung der
protestantischen Bergleute nach Sachsen, Pestepidemien und wiederholte
Hungersnöte. Im 17. Jahrhundert waren im Revier nur noch Zinnseifen im
Betrieb.
Das wichtigste Bergwerk am
Blatenský vrch war die Grube „Wolfgang“, die bereits 1532 im Betrieb stand.
An ihrer Stelle befinden sich heute die Pingen „Vlčí jáma“ (Wolfspinge) und
„Ledová jáma“ (Eispinge), die durch den Abbau der Greisengänge „Wolfgang“
und „Georg“ von der Erdoberfläche und unter Tage entstanden. Die Grube wurde
durch den Laurenzi-Stollen unterfahren, der seit 1749 als Gemeindestollen
vorgetrieben wurde. Weitere bedeutende Gruben waren „Conrad“ und „Gabriel“
nördlich der Stadt. Sie wurden 1790 und 1809 stillgelegt. Nach dem Ende des
Bergbaus siedelten sich verschiedene Heimhandwerke an, insbesondere die
Spitzenklöppelei, die Herstellung von Löffeln aus verzinntem Blech, die
Handschuhmacherei und das Drehen von Schmuckdosen.
Der Lehrpfad widmet sich
insbesondere der Bergbaugeschichte. Er führt an der Wolfs- und Eispinge
vorbei.
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Blatenský vrch (dt. Plattenberg) -
Aussichtsturm |
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Der Plattenberg (1043 m
ü.d.M.) ist eine bewaldete Bergkuppe im Gebiet der Gemeinde Potůčky (dt.
Breitenbach). Der Berg wird vom Granit des Plattener Massivs aufgebaut, der
in der Umgebung auch Felsen, Blöcke und blockigen Schutt bildet. An den
Granit sind Zinnlagerstätten gebunden, die seit dem Mittelalter abgebaut
wurden.
Der Aussichtsturm auf dem
Plattenberg ist der am höchsten gelegene von den vier Aussichtstürmen im
zentralen Erzgebirge. Mit seinem Bau wurde bereits 1912 begonnen. Der 21 m
hohe Turm ist aus Stein und Holz gebaut. Lohnend ist der Aufstieg über die
85 Treppenstufen. Der Rundsicht zeigt die höchsten Gipfel des Erzgebirges:
Keilberg (mit Aussichtsturm und Fernsehsender), Fichtelberg, Božídarský
Špičák sowie Plešivec und Tisovský vrch (beide mit Aussichtstürmen).
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Horní Slavkov (dt.
Schlaggenwald) |
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Horni Slavkov geht auf auf
eine Bergarbeitersiedlung zurück, die unweit einer älteren 1335 durch
Schlacko (Slávek) von Riesenburg gegründet wurde. Während der Herrschaft des
Geschlechts der Pflugs von Rabenstein zwischen 1494 - 1547 gehörte Horní
Slavkov (Schlaggenwald) dank seiner reichen Zinn- und Silberbergbaus zu den
bedeutendsten Bergstädten seiner Zeit. 1547 wurde Horní Slavkov zu einer
königlichen Bergstadt erhoben.
Mit der fortschreitenden
Erschöpfung der Erzvorräte, in Folge des Dreißigjährigen Kriegs und der
Gegenreformation, ging der Bergbau seit dem 17. Jahrhundert zurück. Danach
trug vor allem das Handwerk zur wirtschaftlichen Bedeutung des Ortes bei
(Zinngießerei, Töpferei und Ofensetzerei). 1792 entstand in Horní Slavkov
die erste tschechische Porzellanfabrik, die durch ihre Erzeugnisse mit dem
Markenzeichen Haas & Czjzek weltweite Bekanntheit erlangte.
Im 20. Jahrhundert wurde der
Bergbau in der Umgebung von Horní Slavkov erneut aufgenommen – neben Zinn,
Wolfram und Kupfer stand kurzzeitig die Förderung von Uran im Vordergrund
(1948 - 1963).
Von historisch bedeutenden
Gebäuden sind erhalten: die St.-Georg-Kirche, die kirchlichen Bauten in
ihrer Umgebung und eine Gruppe alter Bürgerhäuser in der Straße Pluhova
(Pflug Straße). In einem von ihnen befindet sich das städtische Museum mit
Ausstellungen zum Bergbau, der Mineralogie und zum Handwerk sowie mit
Exponaten aus der Produktion der Porzellanmanufaktur.
In der Nähe des Museums,
unmittelbar unter der St.-Georg-Kirche, befinden sich alte Brauereikeller,
die durch Erweiterung der Stollen einer mittelalterlichen Silbergrube
entstanden sind.
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Das Stadtmuseum in
Horní
Slavkov
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www.geopark.cz
Links:
Horní Slavkov
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Horní Slavkov (dt.
Schlaggenwald) - St.-Georgs-Kirche |
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Der Reichtum von Horni
Slavkov während der Blütezeit des Silber- und Zinnbergbaus im 16.
Jahrhundert spiegelt sich in der Architektur seiner Baudenkmäler wider. Der
besondere Charakter der im Renaissancestil erbauten Stadt, praktisch
unberührt durch spätere architektonische Stile, blieb bis Mitte des 20.
Jahrhunderts erhalten, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch weitgehend
zerstört.
Die spätgotische
St.-Georg-Kirche stammt aus der Zeit um 1520. Die Kirche war ursprünglich
befestigt, wie es die erhaltenen Schießscharten belegen, und wurde im 18.
Jahrhundert barock umgebaut. Neben der Kirche steht ein spätgotischer
Glockenturm aus dem Jahr 1540, der im Jahr 1686 umgebaut wurde.
In der Kirchenstraße (Kostelní
ulice) steht die Säule der Heiligen Dreifaltigkeit aus der Zeit um 1700. Die
barocke Hospitaliterkirche St. Anna am nordwestlichen Stadtrand stammt aus
dem Jahr 1728 und wurde auf noch älteren Fundamenten gebaut. Auf dem Platz
und in der Pflug-Straße (Pluhova ulice) sind einige Spätgotik- und
Renaissance-Bürgerhäuser erhalten geblieben, darunter das bedeutendste
Renaissance-Denkmal der Stadt, das so genannte Pflughaus aus den Jahren 1510
- 1512.
Erwähnenswert ist eine
vollständig erhaltene Wohnsiedlung aus den 1950er Jahren, die ein Beispiel
der komplexen Errichtung einer Bergstadt im Stil des sozialistischen
Realismus ist. Paradoxerweise wurde damit die Entwicklung des
architektonischen Gesichtes der Stadt als Bergbaustadt abgeschlossen,
diesmal jedoch des Bergbaues auf Uran.
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Horní Slavkov -
Caspar-Pflug-Erbstollen |
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Das Schlaggenwalder Zinn war
im 16. Jahrhundert europaweit von großer Bedeutung. Bereits im 13.
Jahrhundert waren die Zinnseifen weitgehend erschöpft und man begann den
untertägigen Abbau. Um die Lagerstätten zu erschließen, teuften die
Bergleute senkrechte Schächte ab und trieben waagerechte oder geneigte
Stollen vor.
Mit Fortschreiten des Abbaus
in größere Tiefe war es notwendig, die Gruben zu entwässern. Das Grundwasser
wurde entweder abgepumpt oder durch speziell zu diesem Zweck angelegte
Stollen abgeleitet. Die Entwässerungsstollen dienten allen anliegenden
Gruben und wurden über Generationen hinweg vorgetrieben (daher Erbstollen).
Im Jahr 1539 hat man mit dem
Vortrieb eines Stollens zur Entwässerung der Gruben zwischen Horní Slavkov (Schlaggenwald)
und Krásno (Schönfeld) begonnen. Die Arbeit wurde von Caspar Pflug, reichen
Bürgern und Gewerken finanziert. 1587 erreichte der Stollen nach 48 Jahren
Bauzeit und mit 3.393 m Länge das Zinnrevier "Huber Stock". Bereits Ende der
1580er Jahre gehörte er mit 5.800 m zu den längsten böhmischen Grubenbauten.
1655 erreichte der Stollen eine Gesamtlänge von 5.920 m, er liegt bis zu 117
m unter der Erdoberfläche. Der Pflug-Erbstollen diente noch im 20.
Jahrhundert zur Entwässerung der Uranbergwerke.
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Joachimsthal -
Freilicht-Bergbaumuseum (geplant) |
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Joachimsthal (Jáchymov) gilt als die
Wiege des modernen Bergbaus, der Metallurgie, der Geologie und Mineralogie.
In seinen Lagerstätten wurden im Laufe seines Bestehens Silber, Buntmetalle
und nach dem Zweiten Weltkrieg Uran abgebaut.
Gegenwärtig kann man an der
Stelle des zukünftigen Freilichtmuseums die ersten Ergebnisse der Mitglieder
des Bergbauvereins "Barbora" begutachten. Es wurde der erste Teil des
Stollens „Nr. 1“ aufgewältigt und gesichert. Der Stollen wurde am 1. Juli
1952 angelegt und ist 260 m lang. Er hat einige Abzweigungen, die zu den
Abbauorten führen. Gleich am Anfang des Stollens befindet sich nach 11 m ein
Tor, zusammengeschweißt aus Schienen, und nach weiteren 14 m ein zweites Tor
aus Wasserleitungsrohren. Diese Tore sollten im Bergwerk eingesetzte
Gefangene an einer Flucht hindern. Im weiteren Verlauf wird geplant, etwa 40
m Höhenunterschied zu überwinden und auf die Sohle des Stollens „Hohe Tanne“
zu gelangen. Dieser Stollen ist 120 m lang und stammt aus der Zeit des
mittelalterlichen Silberbergbaus.
Das zukünftige
Freilichtmuseum wird eine Ausstellung zur Bergbautechnik, eine Nachbildung
eines kommunistischen Gefangenenlagers und ein funktionstüchtiges Modell
eines Berggöpels sein. Entlang des Freilichtmuseums führt der Lehrpfad
„Joachimsthaler Hölle“, entstanden durch die Initiative des Bergbauvereins
mit Unterstützung durch die Konföderation der politischen Gefangenen und des
tschechischen Tourismusverbandes. Der Lehrpfad ist 8,5 km lang.
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Doubí - Slavkovský les (Landschaftsschutzgebiet) |
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Das Landschaftsschutzgebiet
Slavkovský les (Kaiserwald) ist ein einzigartiger Landschaftskomplex, der
hoch über der Marienbader Senke, das Egerer Becken und dem Sokolovbecken
emporragt und nur im Südosten einen allmählichen Übergang zur Hochebene von
Tepl aufweist. Die höchsten Gipfel sind Lesný (983 m) und Lysina (982 m) im
Südwesten. Der Kaiserwald ist zum Großteil mit Fichtenwäldern bestanden, von
den ursprünglichen Buchen- und Buchen-Tannenbeständen sind nur kleine Reste
erhalten. Die ausgedehnten Waldkomplexe bilden, zusammen mit Torfmooren, ein
wichtiges Wasserreservoir mit günstigem Einfluss auf das Wasserregime der
gesamten Umgebung, einschließlich der westböhmischen Kurorte.
Am Nordrand tritt in den
Kaiserwald der Fluss Eger (Ohře) ein. Seine tiefe Schlucht im Granitmassiv
zwischen Loket und Doubí gehört zu den schönsten Naturlandschaften der
Karlsbader Region.
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Hory – Fundstelle der
Karlsbader Zwillinge |
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Die nach Elbogen (Loket)
abfallende Hochebene des Kaiserwaldes (Slavkovsky les) und die Felder
südwestlich von Suk (Hornberg) sind Fundstellen der Karlsbader Zwillinge. Es
handelt sich dabei um gesetzmäßig miteinander verwachsene Feldspatkristalle,
die während der Kristallisation des Granitmagmas entstanden sind. Typisch
sind die sich gegenseitig durchdringenden Kristallindividuen.
Bei seinen geologischen
Forschungen beschäftigte sich auch Johann Wolfgang Goethe mit den Karlsbader
Zwillingen. Bereits 1807 beschrieb er diese mineralogische Besonderheit in
einer gesonderten Abhandlung über die Mineralien der Karlsbader Umgebung.
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Kladská (Glatzen) |
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Die Ortschaft Kladská
(Glatzen) wurde 1875 vom damaligen Grundbesitzer, dem Grafen Otto Friedrich
Schönburg-Waldenburg, gegründet. Den Mittelpunkt bilden ein Jagdschloss und
weitere, in einer schweizerischen Bergstilarchitektur errichtete Gebäude.
Die Siedlung wird von einem Park mit zahlreichen Ziergehölzen umgeben.
Kladská bietet den Besuchern
nicht nur die Möglichkeit, sich einer stilvollen Jagd- und Naturumgebung zu
erholen, sondern auch ungestört die Geschichte und die Naturschätze des
Kaiserwaldes (Slavkovský les) kennenzulernen. In der Nähe des Parkplatzes
und der Bushaltestelle beginnt ein Lehrpfad, der am Rande des Torfmoors
Tajga in einen unberührten Bereich des Nationalen Naturreservats Kladské
rašeliny (Glatzener Moor) führt.
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Krásno (Schönfeld) |
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Die Bergstadt Krásno
(Schönfeld) entstand an der Stelle einer alten Bergarbeitersiedlung. Die
ältesten erhaltenen Urkunden stammen aus den Jahren 1341 und 1355. In diesen
Urkunden erteilen die Besitzer des Petschauer Herrschaftsguts, Schlacko und
Borsso von Riesenburg, erteilen das Recht auf Zinnwaage und Berggericht.
In der Umgebung von Krásno
befanden sich die führenden europäischen Zinnbergwerke des 16. Jahrhunderts.
In der Blütezeit zwischen 1500 - 1620 wurden im Kaiserwald über 40 Tausend
Tonnen Zinn, d. h. etwa 2/3 der gesamten böhmischen Produktion, gewonnen. In
diesem Zeitraum verdrängte das böhmische Zinn für einige Jahrzehnte sogar
die traditionellen englischen Produzenten von den westeuropäischen Märkten.
Nach 1620 ging die Förderung des Zinns jedoch zurück und im 19. Jahrhundert
kam es sogar zu einem Verfall der gesamten Zinngießerei und zum Aufschwung
der Porzellanherstellung.
Nach 1945 wurde der Zinn-
und Wolframabbau in Krásno erweitert. Es kam zudem zu einem kurzzeitigen
Aufschwung des Uranbergbaus. An der Jahrtausendwende trat ein neuer,
zukunftsträchtiger Rohstoff in Erscheinung, der Keramikfeldspat, der im
Tagebau Vysoký kámen abgebaut wird.
An die Bergbautradition
erinnern heute das Bergbaumuseum und zahlreiche Bergbaudenkmäler in der
Umgebung. Auf dem Krásenský vrch steht ein steinerner Aussichtsturm mit
äußerer, spiralförmiger Treppe. Unter dem Aussichtsturm führt eines der
bedeutenden technischen Denkmäler, der Floßgraben (Dlouhá stoka), ein über
24 km langer, künstlicher Kanal, der seit dem 16. Jahrhundert zum Holzflößen
und zur Versorgung der Zinngruben mit Wasserkraft diente.
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Dlouhá stoka („Langer Kanal“)
- Der Flößgraben |
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Die Wälder des Kaiserwaldes
sind für ihren Reichtum an Bodenschätzen berühmt. Es war vor allem das Zinn,
das in den Flussablagerungen konzentriert (in den so genannten Seifen) wohl
bereits in der Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. gewaschen wurde. Seit
dem 13. Jahrhundert hat man das wertvolle Metall auch aus den Felsmassiven
selbst, den Primärlagerstätten, gewonnen. Zu einer raschen Entwicklung des
Abbaus der Lagerstätten kam es am Ende des 15. Jahrhunderts; zu dieser Zeit
begründeten die Gruben den Wohlstand der Bergsiedlungen Schönfeld (Krásno)
und Schlaggenwald (Horní Slavkov).
Die wachsenden Betriebe
benötigten ausreichend Wasser und Holz. Das Wasser trieb die Berg- und
Aufbereitungseinrichtungen an, das Holz diente zum Ausbau der Bergwerks- und
Grubenräume, zur Erzgewinnung durch Feuersetzen, zur Herstellung von
Holzkohle und auch unmittelbar als Brennholz.
Im Jahr 1530 wurde von dem
Schlaggenwalder Markscheider Rossmeisl der Verlauf eines künstlichen Grabens
vermessen, der ursprünglich Flößgraben hieß und gegenwärtig als Stoka
(„Kanal“) oder Dlouhá stoka („Langer Kanal“) bezeichnet wird. Die
Aushubarbeiten dauerten sechs Jahre, bis 1536. Der Zweck des Grabens war
zweierlei: Erhöhung der Wasserzufuhr ins Schlaggenwalder Tal und Transport
von Holz aus den Wälder von Königswart (Kynsperck).
1533 erließ der Gutsherr
Johann Pflug von Rabenstein das erste schriftliche Reglement zur Nutzung des
Wassergrabens. Diese Vorschrift wurde am 24.4.1535 durch eine neue
Verordnung ersetzt, in der die Bedingungen für die Wasserverteilung,
gesteuert durch die Hauptschleuse Na Dílcích über Krásno, genau festgelegt
waren. Der Flößgraben hatte damals eine beeindruckende Gesamtlänge von 24,2
km. Das System wurde weiter vervollständigt und Ende des 16. Jahrhunderts
bestand es aus einem über 30 km langen Netz aus Kanälen, das 52 Erzmühlen
versorgte. Zu dieser Zeit war der Flößgraben ca. 2 m breit und 1 m tief,
hatte ein Gefälle von 0,35 – 0,83 m auf 100 Meter und in seinem gesamten
Verlauf gab es 35 Brücken und 14 Schleusen. Bestandteil des Baus war auch
ein System von 10 großen Bergteichen mit über 7 Hektar Gesamtfläche.
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Krásenský vrch |
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Der Berg Krásenský vrch mit
777 m Meereshöhe ist einer der markantesten Punkte des Kaiserwaldes. Das
Gebiet hat den Charakter einer alten flachen Landoberfläche ohne große
Reliefunterschiede (Peneplain), aus der ausgedehnte, bewaldete Hügel
herausragen. Der Kaiserwald geht nach Südosten allmählich in die Tepler
Hochebene über, nach Westen überragt er steil den Tachover Graben, nach
Nordwesten das Egerbecken und nach Norden das Sokolovbecken. Die
ausgedehnten Waldbestände und Torfmoore bilden ein riesiges Wasserreservoir
mit günstigem Einfluss auf den Wasserhaushalt der weiten Umgebung, vor allem
der westböhmischen Bäder. Zur Erhaltung dieser Funktion wurde 1974 ein
Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
In den Jahren 1933 - 1935
wurde am Krásenský vrch ein steinerner Aussichtsturm errichtet, der
insbesondere wegen seiner spiralenförmigen Außentreppe interessant ist. Der
Aussichtsturm ist 25 m hoch und bei schönem Wetter sind von hier aus der
Erzgebirgskamm, das Duppauer Gebirge, die Tepl-Ebene und die höchsten Gipfel
des Kaiserwaldes zu sehen.
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Sehenswerter Aussichtsturm
am Krásenský vrch |
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Krásno (Schönfeld) - Bergbaumuseum |
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Das Bergbaumuseum in Krásno
befindet sich an der Stelle der historischen Zinngrube „Wilhelm“, die bis in
die 1920er Jahre in Betrieb war. Im Areal befinden sich das Fördergebäude
mit Turm, der Maschinenraum, das Gebäude zur Erzaufbereitung, Werkstätte,
Pforte und Trafostation.
Das Hauptgebäude des Museums
diente im 18. und 19. Jahrhundert als Aufbereitungsanlage für die Zinnerze.
Das Bergbaumuseum umfasst insgesamt 13 Gebäude und Objekte.
Neben dem stählernen
Förderturm gehört zu den attraktivsten Exponaten des Museums die
Dampfmaschine der Grube „Maria“ aus dem Jahr 1897.
Dargestellt werden im Museum
die Geschichte des Erz- und Kohlebergbaus, die Mineralogie und Geologie des
Kaiserwaldes, die mittelalterliche Grube „Hieronymus“ in Čistá (Lauterbach)
sowie die Grundlagen der Geschichte der Erzaufbereitung.
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Das Karlsbader
Thermalgebiet |
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Das Karlsbader Thermalgebiet
gehört zu den weltweit bedeutendsten und bekanntesten, thermal- und
mineralwasserführenden geologischen Strukturen. Die Quellen entspringen in
einer tektonischen Schwächezone der Erdkruste, die im Norden durch die
Randbrüche des Sokolovbeckens und im Süden durch Ausläufer eines tertiären
Basaltergusses begrenzt wird. Außerhalb dieser ca. 1,6 km langen und 150 m
breiten Zone wurden bislang weder Thermalquellen noch Austritte von
gasförmigem Kohlendioxid (CO2) beobachtet. Die Quellen sind in einer Linie
angeordnet, die zwischen dem Hochberger-Steg im Dvořák-Kurpark und der
Beethoven-Büste vor dem Sanatorium Richmond verläuft.
Das gemeinsam mit dem gasförmigen
Kohlendioxid zutage tretende Thermalwasser hat eine hohe Temperatur (bis 72°
C) und weist eine besondere chemische Zusammensetzung auf. Der Gehalt an
gelösten Stoffen ist in den einzelnen Thermalquellen, bis auf wenige
Ausnahmen, sehr ähnlich. Unterschiedlich sind jedoch die Temperatur und
somit auch der Gehalt an gelöstem Kohlendioxid. Die Heilwirkung des
Karlsbader Wassers wird verstärkt durch pharmakologisch wirksame Substanzen,
die in untergeordneten Konzentrationen oder in Spuren enthalten sind.
Die Anwendungsgebiete der Karlsbader
Heilwässer sind vielfältig: Störungen des Verdauungssystems,
Stoffwechselerkrankungen, Diabetes, Gicht, Übergewicht, Parodontose,
Erkrankungen des Bewegungsapparates, Leber-, Gallen-, Gallengang- und
Pankreas-Erkrankungen sowie onkologische Leiden. Insgesamt gibt es im
zentralen Kurortgebiet 89 Austritte von mineralisierten Thermalwässern, 19
davon sind gemäß dem Kurortgesetz zugelassene, natürliche Heilwässer.
Austritte von kohlensäurehaltigem Thermalwasser befinden sich auch im
Flussbett der Teplá und in einigen Kellern.
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Der Karlsbader Sprudel |
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Der Karlsbader Sprudel ist
das Herz des größten tschechischen Kurortes – er versorgt die
Bädereinrichtungen, liefert gasförmiges Kohlendioxid (CO2) für die
Wannenbäder und den Grundstoff zur Herstellung des Karlsbader Thermalsalzes
sowie von Souvenirs. Vom Sprudel sind auch die weiteren Karlsbader Quellen
abhängig, sie sind Bestandteile des gleichen, unter Druck stehenden
Thermalwassersystems in Spalten und Klüften des Karlsbader Granitmassivs.
Die warmen Quellen im Flussbett der Teplá
wurden anfangs im Naturzustand genutzt. Seit langer Zeit hat man sie
abgegrenzt, um eine Vermischung mit dem kalten Oberflächenwasser zu
vermeiden. Bereits vor 1571 datiert die erste künstliche Entnahme des
Thermalwassers durch flache Bohrungen am rechten Flussufer, um 1650 wurde am
Sprudel das Stadtbad errichtet. 1774 hat man ein barockes Badgebäude gebaut,
das 1826 durch die Empire-Kollonade ersetzt wurde. Zwischen 1879 - 1939
stand an dieser Stelle eine Gusseisen-Kollonade, zwischen 1944 - 1969 dann
eine provisorische Holzkollonade mit einer anmutigen Kuppel aus dem Jahre
1947. Seit 1975 ist die heutige Sprudelkollonade in Betrieb.
Die Sprudelkollonade ist nicht nur ein
Platz für die Verabreichung von Trinkkuren und Erholung der Patienten,
sondern auch eine wichtige Stelle zur Regulierung und Verteilung des
Thermalwassers. Der Sprudel fördert jede Minute 180 Liter Wasser in einer
bis zu 14 m hohen Fontäne. Das Wasser ist bis zu 73,4 °C heiß und wird auf
seinem Weg zu den Ausgabestellen abgekühlt.
Eine für die Karlsbader Therme typische
Erscheinung ist die Entstehung des Sprudelsteins. Dieser besteht aus dem
Mineral Aragonit (ein Kalziumkarbonat), das seine bunte Färbung durch
Beimengen u. a. von Eisen- und Manganoxiden erhält. Aus dem Wasser scheidet
es sich in verschiedenen Formen aus – am bekanntesten sind der gebänderte
Sprudelstein, der aus kugelförmigen Gebilden zusammengesetzte Erbsenstein
und verschiedene Sinterkrusten. Fast sämtliche Bauten an der Talsohle
zwischen dem Stadttheater und der Mühlbrunnenkollonade stehen auf der so
genannten Sprudelplatte, die aus bis zu 16 m mächtigem Aragonit besteht.
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Die Quelle Svobody in
Karlovy Vary.
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Lázně Kynžvart (Bad
Königswart) |
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Zum ersten Mal wird die
Siedlung Königswartha bereits 973 erwähnt. Zwischen 1242 und 1287
wurde oberhalb der Königswarter Klamm eine Grenzburg zur Mauteinnahme und
Überwachung der Militär- und Handelstraße zwischen Eger und Pilsen
errichtet. Im Krieg zwischen Karl IV und Ludwig von Bayern standen die
Burgherren auf der Seite von Ludwig. Deshalb wurde die Burg als „Raubhaus“
durch das Heer von Karl IV 1347 oder 1348, offensichtlich kampflos,
zerstört. 1398 wurde die Burg zwar wieder aufgebaut, dann aber 1648 durch
die Schweden erneut zerstört.
Bereits aus dem 14. und 15. Jahrhundert ist der Abbau von Eisen, Silber und
Buntmetallen im Gebiet von
Lázně Kynžvart belegt. In der Blütezeit des Zinnbergbaus im Königswald v. a.
im 16. Jahrhundert war Königswart eines der Bergbauzentren. Nach einer Reihe
von Eigentümern gehörte der Königswarter Besitz bis 1945 dem Geschlecht der
Metternichs.
Im 19. Jahrhundert wurde
Lázně Kynžvart auf der Grundlage seiner eisen- und kohlendioxidhaltigen
Mineralquellen (Säuerlinge) zum Bad erklärt. Die Quelle „Richard“ wird in
einem Schacht mit Überlauf aufgefangen, die anderen wurden zur direkten
Verwendung in Bädern durch Bohrungen erschlossen. Weitere
Mineralwasserquellen befinden sich in den Wiesen und Wäldern südöstlich der
Stadt. Am bekanntesten sind die Neunte (Devátá), Dachs- (Jezevčí), Fuchs- (Liščí)
und Hasenquelle (Zaječí). In den Kureinrichtungen werden hauptsächlich
Kinder mit Erkrankungen der oberen Atemwege behandelt.
Sehenswürdigkeiten: Stadtzentrum mit
St.-Margarete-Kirche, Schloss Metternich mit umfangreicher Sammlung an
Kunstgegenständen, Bibliothek und Parkanlage.
Kynzvartský kámen (Königswarter Stein):
Granitblock mit auffälligen
Korrosionsrillen.
Geopark-Informationstafel
Kynzvartský kámen
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Kynzvartský kámen
(Königswarter Stein)
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Beschreibung (in
Tschechisch)
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Die Abraumhalde Lítov -
Allgemeines
(Chlum Svaté Maří) |
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Die Braunkohlelagerstätten
im Sokolovbecken hatten eine außerordentliche Bedeutung bei der
wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Die Lagerstätten werden seit dem
18. Jahrhundert genutzt, über Jahrzehnte sogar untertägig. Seit Mitte des
20. Jahrhunderts betreibt man den Abbau in großen Tagebauen mit umfassenden
Eingriffen in die Landschaft.
Um das Kohleflöz im
Großtagebau erschließen zu können, mussten beträchtliche Mengen von Abraum
entfernt werden. In den Tagebauen Medard und Libík zwischen Svatava und
Habartov war es technisch nicht möglich, Halden innerhalb des Tagebaus zu
errichten. Der Abraum wurde deshalb auf Halden außerhalb des Abbaugebietes
abgelagert.
Die Halde Lítov bei Maria
Chlum (Chlum Svaté Maří) im
westlichsten Bereich des Beckens befindet sich auf den Gemeindegebieten
Habartov, Kaceřov, Chlum Svaté Maří, Bukovany und Lítov. Die Meereshöhe des
Geländes betrug ursprünglich 450 - 540 m, nach der Aufschüttung wurde sie
bis auf 570 m erhöht. Die Halde enthält 219,64 Mio. m3 Abraum. Der
rekultivierte Bereich der Halde Lítov und des Tagebaus Boden bei Habartov
nimmt eine Gesamtfläche von 720 Hektar ein.
Hinweis: Rundweg mit mehreren Informationstafeln
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Die Abraumhalde Livov - Das Becken von Eger (Cheb) |
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Die Entstehung der großen
Senkungszonen im Erzgebirgsvorlandes hängt mit den gebirgsbildenden
Prozessen im Tertiär, der so genannten alpidischen Orogenese, zusammen.
Während die Alpen und Karpaten aufgefaltet wurden, kam es innerhalb der
konsolidierten Böhmischen Masse zur Wiederbelebung der Bewegungen an alten
Bruchlinien und Schwächezonen in der Erdkruste.
Das Becken von Eger (Cheb)
ist das westlichste und auch das jüngste unter den Becken des
Erzgebirgsvorlandes. Vom Sokolovbecken wird es durch den Svatava-Horst, eine
empor gehobene Kristallin-Scholle aus Schiefern, getrennt (oft auch als
„Kristallin-Riegel von Maria Kulm“ bezeichnet).
Im Becken von Eger treten
wie im benachbarten Sokolov-Becken Kohleflöze auf. Um die wertvollen
Mineralquellen von Franzensbad zu schützen, wurden diese jedoch nur in
begrenztem Umfange abgebaut. Der ursprüngliche landwirtschaftliche Charakter
der ebenen Landschaft des Beckens von Eger blieb somit erhalten. Die
auffällig NNW-gestreckte Form des Beckens ist durch den Einfluss des
Cheb-Domažlice-Grabens bedingt, der sich an der Erdoberfläche als der
Tachover Graben bemerkbar macht.
Das Becken von Eger wird
nach Nordosten durch die Marienbader Bruchstufe begrenzt, einer
tiefgreifenden Verwerfung, die auf der Linie Marianske Lazne –
Kynšperk nad Ohří – Nový Kostel – Luby deutlich zu erkennen ist. Über die
bis heute andauernde Aktivität an diesem tektonischen Bruch zeugen die
zahlreichen Mineralwasserquellen und Gasaustritte sowie auch eine seismische
Aktivität (Nordwestböhmische Schwarmbeben im Raum Nový Kostel).
Hinweis: Rundweg mit mehreren
Informationstafeln.
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Die Abraumhalde Lítov -
Das Ökosystem Halde |
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Auf der Lítover Halde wurde
Abraummaterial aus den Kohletagebauen Libík, Medard und Boden aufgebracht.
Im südlichen Bereich überwiegen Materialien aus den Zwischenschichten der
Flöze „Anežka (Agnes)“ und „Antonín (Antoni)“, gekennzeichnet durch
abwechselnde Lagen von Sanden, Tonen, kohlehaltigen Tonen und tonhaltigen
Kohlen. In geringerem Umfange sind auch Tonsteine der Cypris-Schichtenfolge,
quartäre Lehme und Flussschotter sowie aus den Gleisbetten verschleppte
Schotter (Porzelanit, Basalt, Granit) beigemengt.
Die auf den Abraumhalden
entstandenen Böden weisen oft sehr saure Bodenreaktionen auf, die unter der
Verträglichkeitsgrenze der meisten Kulturpflanzen liegen (pH = 4), so dass
die gepflanzten Bäume absterben. Aufgrund der sehr sauren, aus der
Abraumhalde austretenden Wässer ist auch der “Lagunensee“, der im Grunde
genommen aus stark verdünnter Schwefelsäure besteht, fast ohne Leben.
Die Lagune wird von
Oberflächenwasser (überwiegend Niederschlagswasser) sowie aus dem Wasser aus
der Abraumhalde gespeist. Die Halde wird künstlich durch Drainagen und
oberflächliche Gräben entwässert. Auf den steileren Hängen entstehen durch
die fehlende Vegetation Erosionsrinnen und kleinere Erdrutsche. Der Hangfuß
ist stellenweise durch das vom Hang angeschwemmte lehmige Bodenmaterial
stark versumpft. Durch die beschriebenen Prozesse entstehen auf der
Abraumhalde spontan neue Räume, die von einer widerstandsfähigen Vegetation
besiedelt werden. Diese steht im krassen Kontrast zu den kahlen Flächen und
unregelmäßigen Beständen der bei der Rekultivierung eingesetzten Bäume.
Durch seinen „exotischen“ Landschaftcharakter trägt die Lokalität in der
Nähe des berühmten Wallfahrtsorts Maria Kulm (Chlum Svaté Maří) auf etwas
unkonventionelle Weise zur Diversität der Umwelt bei. Sie beherbergt eine
bunte Palette an Organismen, die sich an den extremen Lebensraum angepasst
haben.
Hinweis: Rundweg mit
mehreren Informationstafeln.
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Die Abraumhalde Lítov -
Rekultivierung 1 |
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Mit dem Rückgang des
Kohlebergbaus wurde die Rekultivierung der ehemaligen Tagebauflächen
notwendig. Aus ökologischer Sicht ist man dabei um die Erhöhung der
landschaftlichen Vielfalt bemüht. Die Rekultivierung verläuft in der Regel
in zwei Etappen. Zunächst wird unter dem Einsatz schwerer Maschinen das
Relief der Landschaft neu geformt, die Entwässerung sichergestellt und ein
Straßen- und Wegenetz angelegt. Erst anschließend werden die eigentlichen
land-, forst- oder wasserwirtschaftlichen Rekultivierungsmaßnahmen
durchgeführt.
Die ehemalige Bergbauhalde
Lítov und der Tagebau Boden nehmen eine Fläche von ca. 720 Hektar ein. Der
Großteil davon (ca. 70 %) wird mit mehr als 30 Millionen Baumsetzlingen
aufgeforstet. 18 % der Fläche werden landwirtschaftlich rekultiviert, auf 5%
entstehen neue Wasserflächen.
Hinweis: Rundweg mit
mehreren Informationstafeln.
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Die Abraumhalde Lítov -
Rekultivierung 2 |
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Auf den Bergbauhalden von
Lítov konnten sich bislang nur eine begrenzte Zahl höherer Pflanzen
ansiedeln. Die Hauptursache hierfür sind die pflanzenungünstigen
Bodeneigenschaften der abgelagerten Erden. Dies brachte alle früheren
Versuche einer forstwirtschaftlichen Rekultivierung zum Scheitern. Durch die
Regenniederschläge wird der Boden jedoch nach und nach durchgespült und
insbesondere die sehr sauren Eigenschaften des Oberbodens gehen langsam
zurück. Dadurch sind für eine Wiederbesiedelung der Flächen durch die
Pflanzen, die so genannten Sukzession, neue Möglichkeiten gegeben.
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Mariánské Lázně (dt.
Marienbad) |
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Marienbad ist der
zweitgrößte Kurort Tschechiens. Er zeichnet sich durch zahlreiche
Mineralquellen aus. 40 von ihnen entspringen im Stadtgebiet und fast 100 in
der näheren Umgebung.
Zu Beginn des 19.
Jahrhunderts gehörte Marienbad dem Kloster in Teplá, dessen Abt, Carl Caspar
Reitenberg, auf Anregung des Klosterarztes Johann Josef Nehr den Bau des
ersten Kurbades durchsetzte. Im Jahre 1856 wurde Marienbad zur Stadt erhoben
und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war sie bereits ein bekanntes Kurzentrum,
besucht von bedeutenden europäischen Persönlichkeiten.
Sehenswert: Pseudobarocke
Kollonnade aus filigranem Gusseisen aus dem Jahr 1889 mit Mineralwässern die
aus Kreuz-, Karolinen- und Rudolfsquelle stammen; Singende Fontäne vor der
Kollonnade; Weitere bekannte Quellen sind die Ferdinands-, Wald- und
Ambrosiusquelle. Dem Kurort, den Mineralwässern und der geologischen
Entwicklung sind die Ausstellungen im Städtischen Museum gewidmet. Die
Vielfältigkeit der Gesteine des Kaiserwaldes (Slavkovský les) demonstriert
anschaulich der angrenzende Geologische Park. Die Sehenswürdigkeiten der
Stadt und der nächsten Umgebung kann man auf markierten touristischen
Ausflugspfaden kennen lernen.
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Mariánské Lázně (dt.
Marienbad) - Geologischer Park |
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Während Stücke von
ungewöhnlichen, attraktiven, exotischen oder auf andere Art interessanten
Mineralien und Gesteinen in den meisten Museen zu sehen sind, fehlen in der
Regel die gewöhnlichen und häufig vorkommenden Arten. Gerade aus der
Bemühung heraus, diese „gewöhnlichen Steine“ im etwas anderen Licht zu
zeigen, entstand der Marienbader Geologische Park. Dieser wurde von 1986 -
1988 errichtet.
Auf fast 10 Hektar Fläche
sind im Park 316 Gesteinsblöcke aufgestellt, der größte von ihnen wiegt über
16 Tonnen. 26 Tafeln am Fuß des Naturschutzgebiets Žižkův vrch informieren
über die geologischen Besonderheiten. Ein etwa zwanzigminütiger Film
dokumentiert über den Bau des Parks und ist im Städtischen Museum zu sehen.
Die einzelnen Gesteinsproben
werden nicht nur im Naturzustand vorgestellt, sondern haben oft auch eine
polierte Fläche. Manch ein Besucher wird überrascht sein, was für eine
Schönheit auch ein gewöhnlicher Stein, den wir täglich mit Füßen treten, in
sich verbergen kann. Nicht nur der Fachmann wird die inneren Stukturen der
Gesteine zu schätzen wissen.
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Mnichov (dt. Einsiedl) |
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Einer alten Legende nach
geht Mnichov (Einsiedl) im 12. Jahrhundert aus einem Wallfahrtsort in der
Nähe einer Einsiedelei und der Siardus-Kapelle westlich der Gemeinde hervor.
1273 wird die Gemeinde als Besitz des Klosters in Tepl erwähnt, 1437 erhielt
sie Stadtrechte. Eine Pestseuche im Jahre 1549 überlebten nur neun
Einwohner, der Ort wurde jedoch neu besiedelt und erwarb erneut seine Rechte
samt Stadtwappen.
In der Gegend von Mnichov
wurde seit dem Mittelalter auf Silber- und Zinnenerze geschürft, jedoch ohne
große Erfolge. Größere Bedeutung erlangte der Einsiedler Schlangenstein (ein
Serpentinit-Gestein), der 1834 - 1904 in Schleifereien entlang des Mühlbachs
verarbeitet wurde. Der Einsiedler Edelserpentin war sehr beliebt. Bereits
1835 besuchte der österreichische Kaiser Ferdinand I. mit Kaiserin Karolina
die Werkstätten und später auch der griechische König Otto I. sowie der
preußische Kronprinz Wilhelm. Neben kleinen Kunstgegenständen und Andenken
wurden u. a. polierte Säulen, Balustraden, Grabsteine, Verkleidungs- und
Tischplatten hergestellt.
Der Einsiedler
Schlangenstein zeichnete sich durch seine schwarze bis braune Farbe mit
grünen Äderchen und Flecken sowie seine gute Polierfähigkeit aus. Er wurde
in einigen Steinbrüchen am südöstlichen Fuß der Einsiedler Heide (Planý vrch)
gefördert. Der dortige Serpentinitkörper ist Teil des so genannten
Marienbader Metabasit-Komplexes, der die größte Anhäufung metamorphierter
basischer Gesteine innerhalb der Böhmischen Masse darstellt. Aufgrund der
spezifischen chemischen Zusammensetzung wachsen auf den Serpentinitfelsen
seltene, gesetzlich geschützte Pflanzenarten. Einzigartige Zusammensetzung,
insbesondere starke Anreicherung an Magnesium, weisen auch die durch diese
Gesteine durchdringenden Mineralwässer auf (z. B. der Sauerbrunnen
Magnesia).
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Nejdek (Neudek) |
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Nach verschiedenen Quellen
entstand Nejdek (Neudek) in der Mitte des 13. Jahrhunderts als Bergbau- und
Holzarbeiterkolonie am alten Handelsweg nach Sachsen. Schriftlich wird die
Ortschaft 1340 zum ersten Mal erwähnt, 1410 wurde sie zur Stadt erhoben. Der
größte Aufschwung des Erzbergbaus fällt in die Ära der Herrschaft der
Elbogener Grafen Schlick (1446 – 1602). In der Umgebung von Neudek wurde vor
allem Zinnerz abgebaut. Später hat man begonnen, auch Eisenerz zu fördern,
was zum Bau von zahlreichen Hütten und Hämmern führte.
Während der Gegenreformation
im 17. Jahrhundert sind viele Familien nach Sachsen ausgewandert, was zum
Verfall des Bergbaus führte. Die Bevölkerung verdiente ihren Lebensunterhalt
mit Hausarbeit und Handwerk, die größte Bedeutung hatten die Knopfmacherei,
Weberei und Spitzenklöppelei. Eine wirtschaftliche Belebung brachte erst die
industrielle Revolution. Zu dieser Zeit entstanden die prägenden
Industriebetriebe der Stadt: Eisenhütten, Spinnereien und die Papierfabrik.
Zeitgleich entstanden die Eisenbahnlinien nach Chodau (1881) und nach
Karlsbad (1889).
Zu den wichtigsten
Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört der romanische Burgturm auf einem
Granit-Felsvorsprung. Er ist der Rest einer Burg, die um 1300 der erste
bekannte Besitzer von Neudek, Conrad Plik, erbauen ließ. Von den weiteren
Denkmälern sind die barocke St.-Martin-Kirche (1756) und die vor ihr
stehende Statue des Heiligen Johannes Nepomuk (1710) zu nennen. Das
ursprüngliche Schloss aus dem Jahr 1653 wurde mehrmals umgebaut, seine
heutige Gestalt stammt aus 1889. Aus dem Jahr 1897 stammt der Aussichtsturm
auf dem Peindl (Tisovský vrch), mit einem Umgang in 1000 m Meereshöhe.
Obwohl der Bergbau heute der
Vergangenheit angehört, blieb Neudek eines der Industriezentren des
Westerzgebirges. Die Bergbau- und Hüttengeschichte wird durch Namen der
umliegenden Ortschaften belegt: Vysoká Pec (Hochofen), Nové Hamry
(Neuhammer), Vysoká Štola (Hohenstollen), Smolné Pece (Pechöfen).
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Der Neudeker Felsen
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Zu den besonderen
Sehenswürdigkeiten der Stadt Nejdek (Neudek) gehört der romanische
Burgturm. Es handelt sich dabei der Überlieferung nach um den Rest einer
Burg, die um 1300 auf einem vom Fluss Rotava (Rothau) umflossenen
Granit-Felsvorsprung entstand. Der Turm war bis 1790 bewohnt. In diesem Jahr
siedelte man den letzten Turmwächter samt seiner Familie wegen des
schlechten Zustandes des Turms um. 1831 wurde der höchste Teil des Turms
entfernt, da er abzustürzen drohte.
Die bizarre Form des
Neudeker Felsens – auch Fürstennase genannt – entstand durch Verwitterung
und Abtragung der weicheren Gesteinsbereiche entlang von Spalten, kombiniert
mit der Erosion durch den Fluss Rotava und den Abbau des Granits durch den
Menschen. Der Felsen besteht aus einem grobkörnigen, hellgrau bis leicht
rosa gefärbten Granit. Die Hauptbestandteile des Neudeker Granits sind die
Minerale Quarz, Feldspat (Orthoklas und Plagioklas) und Glimmer (hier vor
allem der Dunkelglimmer Biotit, untergeordnet auch der Hellglimmer Muskovit).
Granite in verschiedenen
Variationen sind die charakteristischen Gesteine der Region. Sie bilden den
ausgedehnten Karlsbader Pluton, an den bedeutende Lagerstätten von Zinn,
Eisen, Uran und anderen Erzen gebunden sind. Der Granit ist ein
traditionsreicher Naturwerkstein, der bis ins 20. Jahrhundert in zahlreichen
Steinbrüchen gewonnen wurde. Durch Verwitterung des Granits unter tropischen
Klimabedingungen entstanden in der geologischen Zeit des Tertiärs (vor 2.6 –
65 Mio. Jahren) in der Umgebung von Karlsbad die hochwertigen Lagerstätten
des Kaolins (Porzellanerde).
Der Neudeker Felsen wurde
auch von Johann Wolfgang Goethe besucht. Auf seiner Reise von Schneeberg in
Sachsen nach Karlsbad im Jahre 1786 faszinierte ihn der Felsen so sehr, dass
er ihn zeichnete.
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Burg Nejdek
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Vysoká Pec – Rudné |
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Die historischen Ortsnamen
Hochofen (Vysoká Pec) und Trinksaifen (Rudné) zeugen vom bergmännischen Ursprung der
beiden Gemeinden. Der Beginn des Zinnseifens im Tal der Rolava (Rohlau)
datiert zurück in das 14. Jahrhundert. Während der Blütezeit des Bergbaus im
16. Jahrhundert entstand ein Netz von Zinnseifen, Bergwerken, Flößgräben und
Pochwerken, das sich von Ahornsberg (Javorník) und Eliasberg (Díž), an der
Kirche in Rudné vorbei, nach Rabenberg (Havraní vrch) zog. Die steigende
Nachfrage nach Zinn und Eisen und die Erschöpfung sowohl der Zinnseifen in
Rudné als auch der oberflächennahen Eisenerze in Vysoká Pec führten zum
Abbau immer tieferer Lagerstätten.
Der Abbau von Eisenerz in
Vysoká Pec ist bereits im Jahr 1557 belegt. Mit Erz, Eisen und Schlacke
wurde auf dem gesamten Eisensteinweg lebhaft gehandelt, der nach Nové Hamry
(Neuhammer) und weiter nach Sachsen führte. Die bedeutendste
Eisenerzlagerstätte war die Grube Hieronymus, die bereits vor 1602 im
Betrieb war und aus der bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Erz gefördert
worden ist. 1855 waren in Vysoká Pec fünf Schächte in Betrieb, davon ein
Förderschacht. Die Tiefe des Förderschachts soll die doppelte Höhe des
Neudeker Turms erreicht haben.
Die bislang letzten
Bemühungen zu einem Wiederauffahren des Bergwerkbetriebes datieren aus der
Zeit des 1. Weltkriegs und der Nachkriegsjahre 1918 - 1919. Damals war in
Vysoká Pec die Grube Josef der Eisenindustriefirma Petzold im Betrieb. Der
Erbstollen der einstigen Grube führte in der Tiefe entlang des Bachbetts des
Rudenský potok. Das sich darin sammelnde und abfließende Wasser wird heute
in das Wasserversorgungsnetz der Stadt Nejdek eingespeist. An der
Stelle der alten Grube entstand ein Einsturzkrater, dessen Vertiefung heute
für Kultur- und Sportveranstaltungen genutzt wird.
Einem Hämatit (Blutstein)
führenden Quarzgang folgte vermutlich ebenfalls ein kurzer Stollen im Hang
über dem linken Ufer des Rudenský potok. Spuren der Bergbautätigkeit
begegnen wir in der Umgebung jedoch buchstäblich auf Schritt und Tritt. Sie
werden, zusammen mit weiteren Besonderheiten, Interessierten auf einem 9 km
langen Lehrpfad mit 13 Halten und 200 m Höhenunterschied vorgestellt. Der
Lehrpfad ist für Fußgänger und Radfahrer mit Mountainbikes geeignet.
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Přebuz (dt. Frühbuß) |
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Die Gründung von Přebuz (Frühbuß)
ist mit reichen Funden von Zinnerzen verbunden. In der Umgebung wurde das
Zinn bereits im 14. Jahrhundert aus Seifen gewonnen, die ältesten Berichte
über eine dauerhafte Besiedelung stammen aus dem Jahr 1542. Im Jahre 1553
erhielt Frühbuß die Privilegien einer Bergstadt, 1556 wurde hier ein Bergamt
errichtet. Die Tagebaue und untertägigen Bergwerke, Aufbereitungen und
Zinnhütten waren in einem Streifen zwischen dem Hartelsberg, der Ortsmitte
und dem Steinbruchberg nordöstlich von Frühbuß konzentriert.
Der einige Jahrzehnte
währende Aufschwung des Ortes erlitt schwere Rückschläge durch den
Dreißigjährigen Krieg, den Wegzug lutherischer Bergleute und Glasmacher nach
Sachsen im Zuge der Gegenreformation, Pestepidemien und wiederholte
Hungersnöte. Zur Wiederbelebung des Bergbaus im 17. - 18. Jahrhundert trug
die Herstellung verzinnter Bleche in Šindelová (Schindlwald) und Rotava (Rothau)
bei. 1828 gründeten die Frühbußer Bürger eine Gesellschaft für Torfabbau und
die Gemeindeziegelei. Als heimischer Brennstoff wurde Torf bis in die Mitte
des 20. Jahrhunderts verwendet.
Der Bergbau bei Frühbuß
wurde 1933 wiederbelebt. Die Lagerstätte wurde durch drei Schächte (Otto,
Hauptschacht und Ritterschacht) erschlossen, eine neue Aufbereitungsanlage
für Zinn- und Arsenerze wurde gebaut. Der Abbau wurde nach dem Krieg
eingestellt. In den Nachkriegsjahren gab es mehrfach Versuche einer
Wiederbelebung des Bergbaus: Uran (1946 – 1948) und Zinn (1953 – 1958).
Přebuz ist der Kern eines
Naturparks mit Bergfichtenwäldern, Wiesen, Bergtorfmooren und einer
reliktischen Flora aus der Eiszeit. Von dem Ausmaß des einige Jahrhunderte
andauernden Bergbaus zeugen die Überreste des Bergwerks sowie loch- und
trichterförmige Vertiefungen im Gelände, die durch Einsturz untertägiger
Abbauräume oder durch den Abbau von der Oberfläche her entstanden (so
genannte Pingen). Die meisten von ihnen findet man am Fuß des Hartelsberges
(Čertova hora, 987 m), von dem sich bei schönem Wetter eine hervorragende
Aussicht auf das Erzgebirge und fünf weitere Gebirge eröffnet.
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Staré Sedlo (Altsattel) |
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Die erste überlieferte
Erwähnung einer Festung namens Sattel (Sedlo) stammt aus dem Jahr 1249. Die
Festung stand auf einem Felsvorsprung am rechten Ufer der Eger (Ohře) und
diente als vorgeschobener Verteidigungsposten der Elbogener Burg. Nach
Entstehung von Nové Sedlo (Neusattel) im Jahre 1454 begann man für den Ort
den Namen Staré Sedlo (Altsattel) zu benutzen.
Aus der Mitte des 16.
Jahrhunderts sind die ersten Berichte über Vorkommen von Braunkohle und
Schwefelkies (Pyrit) führendem Schieferton in der Umgebung bekannt. Aus
dieser Zeit stammt auch die erste Erwähnung des Betriebs der Heiligen
Dreifaltigkeit, einen der ältesten Hersteller von Alaun, Eisenvitriol,
Schwefel und Schwefelsäure in der Sokolover Region. Neben den Kieserzen hat
man in der Umgebung von Staré Sedlo auch Braunkohle gefördert.
Die wichtigsten Baudenkmäler
in der Gemeinde sind die Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit und das
klassizistische Schloss, ehemals Familiensitz des bedeutenden
Industriellengeschlechts der Starcks, heute Gemeindeverwaltung. Ein
wichtiges technisches Denkmal ist der Erbstollen Johannes des Täufers,
dessen Mundloch sich unweit der Hängebrücke unter dem Schloss befindet. Das
tief eingeschnittene Tal der Eger bei Staré Sedlo ist ein geschütztes
Naturdenkmal mit zahlreichen Pseudokarsthöhlen und dem Vorkommen von
Fossilien einer subtropischen tertiären Flora.
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Pseudokarst-Höhle Cikánka im
Naturdenkmal Egertal bei Staré Sedlo.
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Das Mineralwerk der
Heiligen Dreifaltigkeit (Staré Sedlo) |
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Die wirtschaftliche
Entwicklung der Region Sokolov gründet sich auf die Nutzung der Braunkohle.
Die bisher älteste urkundliche Erwähnung der Kohlevorkommen in der Gegend
von Loket (Elbogen) stammt aus dem Jahr 1545. Die ersten Belege über den
Abbau der Braunkohle stammen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, ihre
Hauptverwendung war damals die Herstellung von Fackeln. Der Aufschwung der
Kohlegewinnung war eng mit dem Abbau von schwefelkieshaltigen Schiefertonen
und deren Verarbeitung in den ersten Chemiefabriken, den Mineralwerken,
verbunden.
Das Mineralwerk der Heiligen
Dreifaltigkeit in Staré Sedlo wurde Mitte des 16. Jahrhunderts gegründet.
Nach einem Eintrag im Falkenauer Stadtbuch herrschte 1573 im Unternehmen
reger Betrieb. Anfangs hat man Alaun gewonnen, später auch Vitriol und
Vitriolstein zur Herstellung von Schwefelsäure.
Zu Beginn des 19.
Jahrhunderts wurde die Region Sokolov dann zu einem wichtigen Zentrum der
tschechischen Alaunindustrie. In Staré Sedlo gab es zwei Mineralwerke, die
sich durch den Industriellen Johann David Starck (1770 – 1841) zu modernen
Industrieanlagen entwickelten.
Das untere Mineralwerk der
Heiligen Dreifaltigkeit stand in der Nähe des Stollens Johannes des Täufers
am rechten Ufer der Eger. Die schwefelkieshaltige Kohle wurde mit
Förderwagen aus dem Bergwerk transportiert. Ein Teil des Materials diente
zur Herstellung von Schwefel, das durch Rösten gewonnen werden konnte. Der
andere Teil wurde auf Haufen gestapelt, wo sich das schwefelkieshaltige
Gestein durch atmosphärische Einflüsse und Berieselung mit Wasser zu saurem
Lehm zersetzte, aus dem eine Sulfatlauge zur Weiterverarbeitung gewonnen
wurde. 1888 endete die Schwefelproduktion und 1896 kam auch die Herstellung
von Alaun und Eisenvitriol zum Erliegen. 1899 wurde die Anlage aufgelassen
und die Einrichtung demontiert. Zwischen 1902 und 1945 hat man im Betrieb
Polierrot, so genanntes Potée, gebrannt, das zum Großteil in die bayerischen
und preußischen Schleifereien und Glaswerkstätten geliefert wurde.
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Šindelová (Schindlwald) |
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Die Gründung der Gemeinde
Šindelová (Schindlwald) ist eng verbunden mit der Festung, die 1480 auf
einem Hügel am linken Ufer des Flüsschens Rotava (Rothau) zum Schutz der
Zinnstraße von Přebuz (Frühbuß) nach Jindřichovice (Heinrichsgrün) errichtet
wurde. Um 1512 siedelten unterhalb der Festung sechs Familien, 1520 spricht
man bereits von einer Siedlung. Die Siedlung war Bestandteil des
Heinrichsgrüner Besitzes, der bis zum Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648)
Eigentum der Familie Schlick aus Eger war. Danach erwarben die Nostizen das
Gut, die es bis 1945 besaßen.
Die Gemeinde Šindelová war
durch ihre Glasmachereien, Spitzenklöppeleien und die Herstellung von
Schindeln bekannt. Die größte Berühmtheit erlangten jedoch die hiesigen
Eisenhütten. 1516 entstanden in Šindelová drei Hammerwerke und eine Hütte,
in der Eisenerze aus der Umgebung verarbeitet wurden. Die Ortschaft wurde zu
einem bedeutenden Zentrum der Eisenindustrie, im 19. Jahrhundert war sie
sogar das bedeutendste Zentrum im Bezirk. Aufgrund der ergiebigen
Zinnlagerstätten in der näheren Umgebung entstand hier ein ganz neuer
Industriezweig: das Verzinnen (und später auch Verzinken) von Eisenblech.
Ein Zeugnis aus dieser Zeit ist der Bau des Eisenschmelzofens, heute ein
technisches Denkmal.
Ein bedeutendes
touristisches Ziel ist das neoklassizistische Jagdschloss Favorit inmitten
eines Geheges im Wald südlich der Gemeinde. Zu den Besonderheiten gehört
auch eine Wetterstation des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts
neben dem Haus Nr. 124.
Aus Granit besteht auch das
bedeutende Naturdenkmal Steinerner Pilz. Dieses bizarre Gebilde aus
Felsblöcken entstand durch Einwirkung von Frost, Wasser und Wind in
vergangenen geologischen Perioden.
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Naturdenkmal "Steinerner
Pilz"
© www.geopark.cz
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Sokolov (Falkenau) |
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Die wirtschaftliche
Entwicklung der Region Sokolov gründet sich auf die Nutzung der Braunkohle.
Der bisher älteste Bericht über die Kohlevorkommen im Bezirk Elbogen stammt
aus dem Jahr 1545. Jedoch mehr als die Kohle selbst hat man im Mittelalter
die begleitenden Schwefelkiese ausgebeutet, aus denen in so genannten
Mineralbetrieben Alaun, Vitriol, Schwefel und Schwefelsäure hergestellt
wurden.
Erst ab Mitte des 18.
Jahrhunderts wurde die Braunkohle gezielt genutzt und gefördert. Im 19.
Jahrhundert hat man sie als Brennstoff in Industriebetrieben verwendet.
Außerdem wurde sie für die Herstellung von Briketts, Ruß für die
Farbenherstellung, Montanwachs, Teer, Leichtöl und Braunkohlekoks genutzt.
Zu einem grundlegenden Aufschwung des Kohlebergbaus kam es mit dem Bau der
Eisenbahnlinie von Nordböhmen nach Eger im Jahre 1871. 1880 wich dem
Kohleabbau das letzte Hopfenfeld. Das ursprünglich auf Landwirtschaft,
Hopfenbau und Handwerk basierende Falkenau wurde zu einem bedeutenden
Industriezentrum.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
und der Ausweisung der deutschen Bevölkerung wurde erwogen, die zerstörte
Stadt nicht mehr aufzubauen, sondern dem Kohleabbau weichen zu lassen. Im
Revier waren bis zu 39 untertägige Gruben und 15 Tagebaue tätig. Die
Schächte wurden jedoch nach und nach stillgelegt und ihre Funktion wurde von
großflächigen Tagebauen übernommen. Die Förderung erreichte ihren Höhepunkt
mit über 23 Mio. Tonnen Kohle im Jahre 1983. Bei dem gegenwärtigen Rückgang
der Bergbautätigkeit gehören Rekultivierung und Revitalisierung der
Landschaft zu wichtigen Aufgaben in der Region. Die aufgelassenen
Tagebauflächen werden in forst- und landwirtschaftliche Gebiete, Waldparks,
Golfplätze und ausgedehnte Wasserflächen umgewandelt.
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