Geoparks
sind großräumige Regionen, in denen im besonderen Maße dem Besucher die
Bedeutung und die enge Beziehung zwischen den geologischen Gegebenheiten,
der früheren und heutigen Landnutzung sowie der Wirtschafts- und
Kulturgeschichte des Raumes bewusst und erlebbar gemacht werden kann. Geoparks
tragen damit der Tatsache Rechnung, dass in den letzten Jahren das
öffentliche Interesse an geowissenschaftlichen Themen enorm gestiegen
ist, und dass andererseits ein nachhaltiger Umgang mit den begrenzten
Ressourcen unseres Planeten dringlicher ist denn je.
Im
Konzept des Geoparks verbinden sich die Ziele des Natur- und
Umweltschutzes, die Wahrung unseres geologischen Erbes und eine
verbesserte geowissenschaftliche Bildung mit der Förderung der regionalen
Wirtschafts- und Tourismusentwicklung. Es wird daher derzeit weltweit in
zahlreichen Projekten umgesetzt. Unterstützt wird die Bildung von Geoparks
seit Juni 2001 durch die Organisation der Vereinten Nationen für
Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), insbesondere im Hinblick auf
den Ausbau eines weltweiten UNESCO-Geopark Netzwerkes. Bereits seit
1972 gibt es die UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes,
die Denkmäler und Naturlandschaften von herausragender Bedeutung für die
gesamte Menschheit zum Gegenstand hat, und der bisher 147 Staaten
beigetreten sind. Über einen derartigen Schutzstatus verfügen Geoparks
jedoch nicht. Sie dienen vorrangig dem besseren Verständnis für das
System Erde sowie dem nachhaltigen Umgang mit ihren Ressourcen.
Geoparks
zeichnen sich insbesondere durch ihre geologischen Sehenswürdigkeiten (Geotope)
aus, die von herausragender geowissenschaftlicher Bedeutung, Seltenheit
oder Schönheit sind oder repräsentative Bestandteile der Landschaft oder
deren geologischer Entstehungsgeschichte darstellen. In vielen Fällen
werden dazu in gemeinsamen Initiativen von Geopark-Beteiligten, Natur- und
Umweltschutzbehörden und -verbänden verwachsene Geotope wieder
zugänglich gemacht und zum Beispiel mit Hilfe informativer Schautafeln
allgemeinverständlich erläutert. Zusätzlich zu den Geotopen sollen Geoparks auch archäologische, ökologische, historische und
kulturelle Sehenswürdigkeiten enthalten. Innerhalb eines Geoparks sind
die Sehenswürdigkeiten sowie Museen, Besucherbergwerke, Erlebnispfade
sowie die Möglichkeiten zur Besichtigung von Natursteinwerken etc. eng
miteinander vernetzt. Darüber hinaus besteht ein reichhaltiges Angebot an
individuellen und geführten Exkursionen zu verschiedenen geowissenschaftlichen Themen.
Nationaler
GeoPark
Um
die verschiedenen Geopark-Initiativen in Deutschland zu bündeln,
wurde im Jahr der Geowissenschaften 2002 das Prädikat "Nationaler
GeoPark" eingeführt. Mit diesem 2003 erstmals vergebenen
Prädikat wird im Einvernehmen mit dem Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) das Logo "planeterde® - Welt der
Geowissenschaften" durch die Alfred-Wegener-Stiftung (AWS) für jeweils fünf Jahre verliehen.
Über die Vergabe entscheidet eine
aus elf Mitgliedern bestehende Expertengruppe nach
bundesweit einheitlichen Richtlinien. Eine Vergabe für jeweils fünf Jahre
soll sicherstellen, dass ein mit dem Prädikat ausgezeichneter Nationaler
GeoPark auch langfristig die gestellten Qualitätsansprüche erfüllt
und sich lebendig weiterentwickelt. Derzeit sind in Deutschland die
nachfolgend genannten Geoparks als Nationale GeoParks zertifiziert;
für den bayerischen Anteil des Bayerisch-Böhmischen Geoparks wird
ein entsprechender Antrag im Herbst 2006 gestellt werden.
Bisherige
Nationale GeoParks in Deutschland:
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Bergstraße-Odenwald,
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Teilgebiet Braunschweiger Land des Geoparks Harz – Braunschweiger Land
– Ostfalen,
*
Mecklenburgische Eiszeitlandschaft,
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Schwäbische Alb,
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Vulkanland Eifel,
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Nördlinger Ries.
Der
Erwerb des Prädikates Nationaler GeoPark ist Voraussetzung für die
Aufnahme auch in das Europäische Geopark- und in das
UNESCO-Geopark-Netzwerk. In diesen Netzwerken arbeiten die verschiedenen
Geoparks auf internationaler Ebene an der Umsetzung ihrer gemeinsamen Ziele.