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Der
grenzüberschreitende Bayerisch-Böhmische Geopark
Die
Initiative zu einem grenzüberschreitenden Bayerisch-Böhmischen
Geopark in der Mitte Europas gibt es seit dem Jahr 2001. Vorangetrieben durch
die Initiatoren auf bayerischem wie tschechischem Gebiet und getragen
durch die Landkreise Bayreuth,
Neustadt an der Waldnaab,
Tirschenreuth und
Wunsiedel i. Fichtelgebirge sowie die Regionsregierungen in Karlsbad und Pilsen wurde am 23.
Juni 2003 eine gemeinsame Erklärung zum Aufbau des grenzüberschreitenden
Geoparks in Karlsbad unterzeichnet.
[Erklärung
anzeigen] [Was sind
Geoparks?]
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BAYERISCH
– BÖHMISCHER GEOPARK
Gemeinsame
Erklärung unterzeichnet am 25. Juni 2003 in Karlovy Vary
Die
Region Karlovy Vary, vertreten durch den Regionspräsidenten Herrn
Dr. Josef Pavel
und
die
Region Plzeň, vertreten durch den Regionspräsidenten Herrn
MUDr. Petr Zimmermann
auf
der tschechischen Seite
und
die bayerischen Landkreise:
Neustadt
a. d. Waldnaab, vertreten durch den
Landrat Simon Wittmann; Landkreis Tirschenreuth, vertreten durch
den Landrat Karl Haberkorn; Landkreis Wunsiedel, vertreten durch
den Landrat Dr. Peter Seisser und Landkreis Bayreuth, vertreten durch den
Landrat Dr. Klaus-Günter Dietel (i. V. Kreisrat und weit. Stv. Alfred Trassl)
auf
der bayerischen Seite
vereinbaren
eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem Ziel der Etablierung
eines gemeinsamen internationalen Bayerischen - Böhmischen Geoparks.
Der
nordwestliche Teil des Böhmischen Massivs ist geowissenschaftlich eines
der interessantesten Gebiete weltweit. Die geologischen Besonderheiten
zeigen beispielhaft die Entwicklung der Erdgeschichte und ihre
jahrhunderte langen Auswirkungen auf wirtschaftliche und kulturelle
Aspekte. Dies beinhaltet geowissenschaftliche Themen mit ihrem aktuellen
gesellschaftlichen Bezug, wie Landschaftsformen für die Infrastruktur,
Kristallin-, Vulkan- und Sedimentgesteine
als Baumaterialien, Böden für die Forst- und Landwirtschaft, natürliche
Rohstoffe im Bergbau, Hydrogeologie und Tektonik für die Wasser- und
Bäderwirtschaft, bis zum Auftreten von Erdbeben.
Der
internationale Bayerisch – Böhmische Geopark soll für
bestehende und zu entwickelnde Einrichtungen und Aktivitäten als Forum
zur gemeinsamen überregionalen Werbung
und Identifikation dienen.
ČESKO
– BAVORSKÝ GEOPARK
Společné
prohlášení podepsané v Karlových Varech 25. června 2003
Karlovarský
kraj, zastoupený
hejtmanem JUDr. Josefem Pavlem
a
Plzeňský
kraj, zastoupený hejtmanem MUDr. Petrem Zimmermannem
na
straně české
a
bavorské kraje:
Neustadt
a. d. Waldnaab, zastoupený
zemským radou Simonem Wittmannem; Tirschenreuth, zastoupený
zemským radou Karlem Haberkornem; Wunsiedel, zastoupený
zemským radou Dr. Peterem Seisserem a Bayreuth, zastoupený
zemským radou Dr. Klausem-Günterem Dietelem, (zastoupen Alfredem
Trasslem)
na
straně bavorské
se
shodují na přeshraniční spolupráci s cílem vyhlášení
společného mezinárodního Česko-bavorského geoparku.
Severozápadní
část Českého masivu je z geologického hlediska jedna
z nejzajímavějších oblastí v celosvětovém měřítku.
Geologické zvláštnosti příkladně vypovídají o dějinách
Země a jejích vlivech na hospodářské a kulturní aspekty
trvající již staletí. To v sobě obsahuje geovědní
témata se svým aktuálním společenským dopadem, jako krajinné
formy pro infrastrukturu, krystalické, vulkanické a sedimentární
horniny jako stavební materiál, půdy pro lesní a zemědělské
hospodaření, přírodní suroviny v hornictví,
hydrogeologii a tektoniku pro vodní a lázeňské zdroje, až k výskytu
zemětřesení.
Mezinárodní
Česko-bavorský geopark má sloužit jako fórum ke společné
nadregionální propagaci
a identifikaci pro stávající i v budoucnu vzniklé zařízení
a aktivity.
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Unterzeichnung
der gemeinsamen Geopark-Erklärung am 25. Juni 2003 in Karlovy Vary (©
Regionsregierung Karlovy Vary)
Im
Februar 2004 wurde die "Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Geopark" von
den vier Landkreisen Bayreuth, Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth und
Wunsiedel i. Fichtelgebirge ins Leben gerufen, deren Vorsitzender seither
Herr Landrat Karl
Haberkorn (Tirschenreuth) ist. Diese Arbeitsgemeinschaft ist Träger des bayerischen Teils des
Bayerisch-Böhmischen Geoparks. Die Projektkoordination für den Aufbau
des Geoparks ist dem Förderverein des GEO-Zentrums an der KTB e.V. in Windischeschenbach
übertragen worden. Seit Anfang 2005 stehen dafür mit einer
Laufzeit von zunächst drei Jahren finanzielle Mittel seitens der Europäischen Union (Ziel-2),
des Freistaates Bayern (Allgemeiner Umweltfonds) der beteiligten
Landkreise zur Verfügung. Die Leitung
der Geschäfts- und Koordinationsstelle des Geoparks mit Sitz am
GEO-Zentrum an der KTB hat
am 1. April 2006 Dr. Andreas Peterek übernommen.
Der
Aufbau des tschechischen Teils des Bayerisch-Böhmischen Geoparks wird
in der Region Karlsbad vom Kreismuseum in Sokolov koordiniert, in der
Region Pilsen hat dies die Agentur RECEPTT übernommen.
Für
den Herbst 2006 ist der Antrag auf Aufnahme des bayerischen Teils des Bayerisch-Böhmischen
Geoparks in das Netzwerk der Nationalen GeoParks vorgesehen. Im Anschluss
daran soll mit den tschechischen Geopark-Partnern ein gemeinsamer Antrag auf Aufnahme
auch in das Europäische Geopark- sowie in das UNESCO-Geopark-Netzwerk
gestellt werden.
Das
Gebiet des Bayerisch-Böhmischen GeoParks [Karte]
Das
Gebiet des Bayerisch-Böhmischen Geoparks umfasst die Landkreise
Bayreuth, Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth und Wunsiedel i.
Fichtelgebirge sowie
große Teile der Regionen Karlsbad und Pilsen. Auf bayerischem Gebiet sind
derzeit die kreisfreien Städte Bayreuth und Weiden nicht Mitglieder in
der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Geopark. Der Bayerisch-Böhmische
Geopark ist mit seiner Ausdehnung von über 3800 Hektar derzeit größte
Geopark in Mitteleuropa und neben dem Muskauer Faltenbogen an der
deutsch-polnischen Grenze der einzige grenzüberschreitende Geopark
Deutschlands.
Das
Gebiet des Bayerisch-Böhmischen Geoparks
Erläuterungen
zur Abbildung hier klicken
Ziele
und Leitbilder des Bayerisch-Böhmischen Geoparks
Die
Ziele und Leitbilder des Bayerisch-Böhmischen Geoparks sind denen der
anderen Nationalen und internationalen Geoparks vergleichbar (siehe Geoparks).
Diese lassen sich wie folgt zusammenfassen:
*
Verdeutlichung der Bedeutung der geologischen Verhältnisse der Region und
geologischer Prozesse für unsere Umwelt, unseren Alltag und damit die
Existenz des Menschen.
*
Förderung des Verständnisses für die Geowissenschaften, denen im
Spannungsfeld der immer intensiveren Nutzung unseres Planeten und seiner
Ressourcen große Bedeutung zukommt. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund
einer stetig wachsenden Weltbevölkerung mit zunehmender Besiedlung von
Regionen mit hohem Naturgefahrenrisiko, wachsender Umweltgefährdung und
der sich gegenwärtig verändernden Umweltbedingungen durch den
Klimawandel.
*
Förderung des Verständnisses, dass der Schlüssel für verlässliche
Vorhersagen und Zukunftskonzepte für unsere Umwelt nur in dessen
geologischer Vergangenheit zu finden ist.
*
Wahrung des geologischen Erbes als Zeugnis unserer Entwicklungs-, Kultur-
und Wirtschaftsgeschichte durch Aufklärung sowie durch Begeh- und
Sichtbarmachung und Pflege der Geotope ("Nur das was man kennt, das
schützt man").
*
Förderung der touristischen Attraktivität der Region und damit ein
Beitrag zu deren wirtschaftlicher Entwicklung.
*
Durch das Bewusstsein der Zugehörigkeit zum selben geologischen Großraum
beiderseits der bayerisch-tschechischen Grenze und vor allem den
grenzüberschreitend arbeitenden Geopark Förderung der
"grenzenlosen" Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Region
im Herzen Europas.
Gefördert
werden soll das Erreichen dieser Ziele vor allem durch die
Berücksichtigung moderner und attraktiver (geodiaktischer und
umweltpädagogischer) Konzepte, allen voran das (Neu-)Entdecken von
Landschaft, Region und Zeit durch intensives Erleben. Die Möglichkeit
dazu soll unter anderem durch vielfältige geführte
Erlebnisveranstaltungen oder durch das eigene Erleben vor Ort gegeben
werden. An Popularität und Bekanntheit soll der Bayerisch-Böhmische Geopark auch durch die Verbindung seiner Inhalte mit Beiträgen und
Veranstaltungen kultureller Natur erhalten.
Wie
soll der Bayerisch-Böhmische Geopark sichtbar werden?
Der
Bayerisch-Böhmische Geopark wird nicht von heute auf morgen überall im
Geopark-Gebiet sichtbar
sein. Es wird sogar einige
Jahre in Anspruch nehmen, alle Ziele und Projekte zu realisieren.
Insbesondere der Ausbau einer Reihe bereits konzipierter und für die
Zukunft geplanter Erlebnis- und Lehrpfade, die Begehbarmachung und
informative Beschilderung von ausgewählten Steinbrüchen, Gruben und
Geotopen,
die Erstellung von thematischen Wander- und Exkursionsunterlagen (Karten,
Broschüren, Audioguides) sowie besonders auch die Einrichtung von Geopark-Informationsstellen ("Geopark-Pforten") wird nur schrittweise
umsetzt werden können.
Für
das Jahr 2006 sind bereits jetzt die Aufnahme der
"Drei-Brüder-Felsen" (Lkr. Wunsiedel i. Fichtelgebirge) und des "Großen
Lochsteins" (Lkr. Bayreuth) zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns
und deren Ausstattung mit einer Informationstafel zu nennen. Zudem wurde durch unseren
Geopark-Partner "Verein der Freunde der Mineralogie und Geologie,
Ortsgruppe Weiden" (VFMG Weiden) der Bockl-Radwanderweg
geologisch ausgearbeitet. Vor der Fertigstellung stehen weiterhin die
Geotour "Boden" und der "Erdgeschichtliche Wanderweg
Püchersreuth" (in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Püchersreuth).
Für das Jahr 2007 ist unter anderem die Eröffnung der Geotour
"Vulkanismus", des Geo-Radweges Bayreuth - Pottenstein sowie in Zusammenarbeit mit mehreren
Gemeinden die Begehbarmachung einiger ehemaliger Abbaugruben geplant.
Die
Geopark-Geschäftsstelle ist zusammen mit den Landkreisen und Gemeinden
bemüht, alle geowissenschaftlich-naturkundlich orientierten Museen und
Vereine der Region am Geopark-Konzept direkt zu beteiligen und deren
Aktivitäten zum Nutzen aller miteinander zu vernetzen. Dazu gehören
unter anderem aufeinander abgestimmte Veranstaltungen, der
Erfahrungsaustausch oder gegenseitige
Hilfestellungen.
Besonders
der jährlich deutschlandweit stattfindende "Tag des Geotops"
soll im Bayerisch-Böhmischen Geopark auch ein "Tag des Geoparks"
werden. An diesem Tag gemeinsam durchgeführte Veranstaltungen des Geoparks und der lokalen Vereine mit
Exkursionen und Vorträgen rund um die Geotope sind als ein Fenster in
den sich fortwährend entwickelnden Bayerisch-Böhmischen Geoparks gedacht.
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