Granite des Fichtelgebirges
Granite machen im Fichtelgebirge rund 40 % der Fläche aus. Sie lassen sich mehreren spätvariszischen Intrusionen zwischen rund 325 bis 290 Millionen Jahren vor heute zuordnen. Abhängig von der jeweiligen Intrusionsgeneration und der Lage innerhalb der Granitkörper variieren Zusammensetzung, Gefüge und Textur der Granite zum Teil sehr deutlich. Sie finden unter anderem in den geologischen Bezeichnungen wie
"Kern-" oder
"Randgranit" ihren Niederschlag.
Für Wunsiedel ist das Kösseine-Granitmassiv von besonderer Bedeutung: Der dortige
"Randgranit" ist ein heller fein- bis mittelkörniger und relativ homogener, teilweise porphyrischer Biotitgranit. Typisch sind in der Textur Quarznester und Quarze, die den Feldspat verdrängen. Mitunter kommen Fremdgesteinseinschlüsse vor. Die historischen Steinbrüche liegen vor allem am Schauerberg
("Schauerberg-Granit"). Der
"Kerngranit" des Kösseine-Massivs ist ein mittel- bis grobkörniger Biotitgranit. Er baut den östlichen und südlichen Teil des Massivs auf. Augenscheinlich sind bis mehrere Zentimeter große Kalifeldspäte, die mitunter rundliche Formen aufweisen. Typisch sind Fremdgesteinseinschlüsse (vor allem mit schiefriger Textur) und monomineralische Nester aus Biotit. Eine graue bis gelbliche, selten auch rosa Farbvarietät ist der
"Luisenburg-Granit".
Die sehr charakteristisch blaugraue Variante ist der
"Kösseine-Granit", der zu den überregional bekanntesten Fichtelgebirgsgraniten gehört und ist heute noch im Abbau (Schurbach). Die Kerngranite des Kösseine-Massivs können durch Verwitterung ausbleichen und lassen sich dann kaum voneinander unterscheiden.
In den letzten Jahrzehnten hat insbesondere der Kerngranit des Waldstein-Granitmassivs Bedeutung als Werkstein in Wunsiedel. Er wird unter den Handelsnamen
"Waldstein-Granit" und
"Reinersreuther Granit" geführt. Es ist ein meist homogener, mittel- bis grobkörniger Zweiglimmergranit mit gut erkennbaren Kalifeldspäten. Je nach Verwitterungseinfluss variiert seine Farbe zwischen grau und gelblich. Dem gleichen Granitmassiv gehört der
"Epprechtstein-Granit" an. Er unterscheidet sich vom Waldstein-Granit durch ein meist kleineres Korn und ein weniger prägnantes Herausstechen der Feldspat-Individuen. Für den
"Reinersreuther Granit" und den
"Epprechtstein-Granit" sind bisweilen pegmatitisch-pneumatolitische Schlieren und Mineraldrusen charakteristisch (u. a. mit Turmalin, Schörl).