Zusammenfassung
Vor über 50 Jahren, am 16. Mai 1967, wurde der Corneliaschacht in Hagendorf unter großer Anteilnahme von wirtschaftlicher und politischer Prominenz feierlich eröffnet. Er sollte den Pegmatit Hagendorf-Süd bergbaulich erschließen. Obwohl in Hagendorf schon seit etwa 1891 Feldspat für die Porzellanindustrie gewonnen wurde, begann der moderne Bergbau mit großen Tonnagen erst mit der Übernahme durch die Amberger Kaolinwerke und der Eröffnung des Corneliaschachtes.
Der Pegmatit Hagendorf-Süd hat nicht nur Feldspat für die Porzellan-Industrie geliefert, seine weltweite Berühmtheit verdankt er der großen Menge an Phosphatmineralen, die während der Betriebszeit gefunden wurden. Bis heute sind 23 Minerale aus den Pegmatiten von Hagendorf (Nord und Süd) erstbeschrieben worden – und es sieht nicht so aus, als ob das Ende schon erreicht wäre, denn die Erforschung der Hagendorfer Minerale geht auch so lange nach der Schließung des Abbaus immer noch weiter.
Mit der Übernahme der Sammlung Keck und zahlreichen von Hugo Strunz gesammelten und überlassenen Stufen besitzt die Mineralogische Staatssammlung die wohl umfangreichste Hagendorf-Sammlung weltweit. Proben aus dieser Sammlung werden von vielen Forschern – in Deutschland, Russland, Australien und den USA – untersucht, mit dem Erfolg, dass immer wieder neue, bisher noch unbekannte Mineralarten entdeckt werden.
Im Vortrag werden vom stellvertretenden Direktor der Mineralogischen Staatssammlung die neuesten Entdeckungen aus der Vielfalt der Hagendorfer Minerale zum Teil erstmals in der Öffentlichkeit vorgestellt.