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Die Geopark-Regionen

Regionale Vielfalt - ein Geopark

Das Gebiet des Geopark Bayern-Böhmen umfasst mehrere geologisch, naturräumlich, aber auch siedlungsgeschichtlich abgrenzbare Gebiete. In ihrer Gesamtheit ermöglichen sie eine eindrucksvolle Reise durch die erdgeschichtliche Vergangenheit Europas und Erkenntnisse zu aktuellen geologischen Vorgängen.

Das Gebiet gliedert sich in fünf große Teilregionen, die als markante "Gebirgsblöcke" hervorstechen und prägend für die touristischen Destinationen sind:


•  Fränkische Schweiz (als Teil der nördlichen Frankenalb)
•  Fichtelgebirge
•  Oberpfälzer Wald (Bayern) bzw. Český les (Böhmischer Wald, Tschechien)
•  Westerzgebirge (Krušné hory-západ)
•  Kaiserwald (Slavkovský les)


Getrennt werden diese "Gebirgsblöcke" durch tiefer gelegene, eher flache Landschaften, wie die Waldnaab-Wondreb-Senke oder das Egerer Becken. Diese großräumige landschaftliche Gliederung hat ihre Ursache in der gemeinsamen jungen geologischen Geschichte der Region.



Reise durch die Teilregionen

Flagge Deutschland   Bayern
Oberpfälzer Wald / Český les


Der eigentliche Oberpfälzer Wald (in Tschechien der Böhmischer Wald, Český les) ist ein Gebirgszug, der sich vom Tillenberg im Norden rund 100 Kilometer nach Süden bis etwa in den Raum Cham erstreckt. Seine höchsten Berge erreichen 900 bis 1000 m Höhe. Geologisch werden der Oberpfälzer Wald und Böhmischer Wald aus metamorphen Gesteinen und Graniten aufgebaut. Der Gebirgskamm von Oberpfälzer Wald und Böhmischem Wald bilden die bayerisch-tschechische Grenze.



Stiftland


Das Stiftland ist eine siedlungsgeschichtliche Abgrenzung des Gebietes zwischen dem Sechsämterland im Norden (östliches Fichtelgebirge) und den nördlichen Teilen des Oberpfälzer Waldes. Nach Westen reicht es etwa bis zur N-S verlaufenden Autobahn A9. Die Bezeichnung stammt aus der Zeit, in der die Zisterzienserabtei Waldsassen die Region beherrschte. Geologisch wird das Stiftland von einer Vielzahl von Gesteinseinheiten aufgebaut, darunter Schiefer- und Glimmerschiefereinheiten des so genannten Waldsassener Schiefergebirges, Graniten und jungen Vulkangebäuden



Steinwald mit Waldnaab-Wondreb-Senke


Der Steinwald ist ein überwiegend aus Graniten aufgebautes Bergmassiv mit einer größten Höhe von 946 m (Platte). In seinem östlichen Teil geht er in das Waldsassener Schiefergebirge bzw. das Stiftland über. Der von Süden gesehen markante Anstieg des Steinwald geht darauf zurück, dass das ihm südlich vorgelagerte Gebiet, die Naab-Wondreb-Senke, an der heute den Reliefanstieg bildenden Bruchkante abgesenkt worden ist.



Oberpfälzer Hügelland mit Hesserberg


Zwischen Frankenalb und Oberpfälzer Wald/Steinwald mit Naab-Wondreb-Senke liegt das Oberpfälzer Hügelland. Dieses durch weite Ebenheiten mit langestreckten Höhenzügen und markanten Basaltkegeln gekennzeichnete Gebiet wird stark durch die Heidenaab und ihre Zuflüsse geprägt. Geringe Ablusstendenz der Gewässer hat vielerorts zu Moorbildungen geführt. Der bis 711 m aufsteigende Hesserberg trägt eines der größten geschlossenen Waldgebiete Nordbayerns, den Hessenreuther Forst. Geologisch wird das Oberpfälzer Hügelland durch Sedimentgesteine wie Sandsteine und Tone aufgebaut, die erdgeschichtlich in das Erdmittelalter gehören.



Fichtelgebirge mit Sechsämterland


Das Gebiet des Fichtelgebirges umfasst das Hohe Fichtelgebirge im Westen mit Höhen bis 1053 m (Schneeberg) und Ochsenkopf (1023 m) sowie das Sechsämterland (= Zentrales Fichtelgebirge). Sechsämterland ist eine historisch-politische Bezeichnung aus der Zeit des Markgrafentums (bis 1791). Das Hohe Fichtelgebirge wird aus mehreren Granitstöcken aufgebaut, während im Sechsämterland neben Graniten auch Schiefer bzw. Phyllite, Marmore und Quarzite zu finden sind.



Oberfränkisches Hügelland


Zwischen Fichtelgebirge im Osten und Frankenalb im Westen liegt das Oberfränkische Hügelland. Es bildet die nordwestliche Fortsetzung des Oberpfälzer Hügellandes und ist geologisch ähnlich aufgebaut. Vulkangebilde wie die Basaltkegel im Süden gibt es hier allerdings nicht, dagegen markante Kalkstein-Höhenzüge. Ein Unterschied besteht auch in der Reliefgestaltung. Im Gegensatz zum Oberpfälzer Hügelland liegen zwischen den langgestreckten Höhenzügen markante, tief eingeschnittene Täler. Dies ist Folge der Eintiefung des Mains und seiner Zuflüsse.



Frankenalb und Fränkische Schweiz


Die westlichste Region des Geoparks gehört zur nördlichen Frankenalb, einer durch das Vorkommens von lösungsanfälligen Kalkgesteinen durch Verkarstung geprägten Landschaft. Im Kernbereich der Frankenalb liegt die Fränkische Schweiz, die durch tiefe Täler, oft bizarre Felsformationen und Höhlen gekennzeichnet ist. Im Übergangsbereich zum Oberfränkischen Hügelland treten großflächig auch Sandsteine auf.



Flagge Tschechien   Tschechien
Chebsko (Egerland)


Das Gebiet des heutigen Egerlandes umfasst das Egerer Becken (Chebská pánev) als Kerngebiet und Teile der es umgebenden Randgebirge. Geologisch geprägt wird es durch das Egerer Becken, das eine erdgeschichtlich junge Absenkungsstruktur darstellt. Gegenüber Erzgebirge (Krušné hory) und Kaiserwald (Slavkovský les) hat sich der Untergrund des Beckens seit ca. 35 Millionen Jahren rund 600 m abgesenkt, davon mehr als 300 m seit rund 3 Millionen Jahren. Die östliche Begrenzung des Egerer Beckens ist die Marienbader Bruchzone, von die Mehrzahl der fühlbaren Erdbeben dieser Region ausgehen.



Krušné hory-západ (Westerzgebirge)


Das Westerzgebirge erhebt sich mit markanten Bruch nördlich des Egergrabens bis 1043 m in seinem nordöstlichsten Teil (Horní Blatná). Aufgrund seiner starken jungen Heraushebung ist es an seinem Südrand tief zertalt, während in seinen Kammlagen flache Reliefeinheiten die Landschaft prägen. Das Westerzgebirge ist über Jahrhunderte hinweg geprägt worden.



Egergraben


Zwischen Westerzgebirge und Kaiserwald liegt die langestreckte Struktur des Egergrabens, fälschlich oft auch als Egertal bezeichnet. Die bis 10 Kilometer breite Senke ist nicht das Werk des Flusses Ohře (Eger), sondern tektonischer Vorgänge. Infolge der sattelartigen Hebung der Region mit einer Längserstreckung in Nordost-Südwest Richtung ist im zentralen Teil der Wölbung der Egergraben eingebrochen. In ihm haben sich über Jahrmillionen viele Hundert Meter an Sedimenten abgelagert und die nordböhmischen Braunkohlenlager gebildet.



Slavkovský les (Kaiserwald)


Südlich des Egergraben erhebt sich der Kaiserwald. Aufgrund der großräumigen Aufwölbung der Erdkruste fallen die ihn prägenden Hochflächen (Tepler Hochland), durchzogen von tiefen Taleinschnitten, langsam nach Süden. Die Landschaft des Kaiserwaldes prägen Spuren eines Jahrhunderte währenden Bergbaus sowie ausgedehnte Wälder und Torfmoore. Geologisch wird der Kaiserwald von Graniten, Serpentiniten, Gneisen und Schiefern aufgebaut.



Tachovská brázda (Tachauer Furche)


Zwischen Kaiserwald und dem Oberpfälzer Wald bzw. Český les (Böhmerwald) liegt die Tachauer Furche. Ihre markante Begrenzung nach Osten mit dem Geländeanstieg zum Kaiserwald wird durch die Marienbader Bruchzone gebildet, die weiter im Norden auch das Egerer Becken nach Osten begrenzt.



Český les / Oberpfälzer Wald


Český les (Böhmerwald) ist der tschechische Teil des Oberpfälzer Waldes. Er ist demnach geologisch gleich dem bayerischen Teil aufgebaut.






Naturpark-Landschaften und Landschaftsschutzgebiete (CHKO)
Auf bayerischer Seite gehören rund 70 Prozent der Fläche des Geoparks auch zu einem von vier Naturparken:


•  Naturpark
   Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst
•  Naturpark Fichtelgebirge
•  Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald
•  Naturpark Steinwald


Lesen Sie hier mehr über die Naturparks im Gebiet des Geoparks.