Exkursionsgruppe bei der Besichtigungstour Wasserstollen Anna

Bild: Die Exkursionsgruppe bei der Besichtigungstour „Wasserstollen Anna“ in Příbram.


Im Rahmen eines von der Europäischen Union geförderten Projekts des GEOPARK Bayern-Böhmen nutzten 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Bereich der Umweltbildung, darunter auch einige Geoparkranger unseres Geoparks, die Möglichkeit, sich im Nationalen Geopark Barrandien über dessen geologischen Hintergrund sowie über dortige Angebote und Einrichtungen zur Umweltbildungsarbeit zu informieren. Vom 3. bis 6. August wurden einige klassische Lokalitäten zur Erdgeschichte der Prager Mulde (u.a. die Typlokalität der weltweit gültigen Silur/Devon-Grenze bei Karlštejn nahe Prag oder die berühmte Fundstätte mittelkambrischer Trilobiten bei Jince), verschiedene Museen (u.a. das Museum Českého krasu/Tschechischer Karst in Beroun oder das „Haus der Natur“ an der größten Höhle im Tschechischen Karst) sowie Besucher-Bergwerke in Příbram und das ehemalige Eisenerz-Bergwerk Skalka bei Prag. Im Fokus der Exkursion stand im Gespräch mit den lokalen Führern insbesondere der Erfahrungsaustausch bei der geowissenschaftlichen Umweltbildung.

Bild: Animation der wandernden Kontinentalplatte im „Haus der Natur“ an der Besucherhöhle Koněprusy bei Beroun. Das „Haus der Natur“ ist eine Einrichtung im Landschaftsschutzgebiet Český kras (CHKO Český kras).


Besucht wurde auch das ehemalige Arbeitslager für Kriegsgefangene (1949-1951) und politische Häftlinge (1951-1961) in Vojna bei Příbram. Inhaftierte mussten in zwei Uranbergwerken unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. In der Gedenkstätte gab es umfassende Ausstellungen zur Geschichte der Verfolgung politischer Gefangener und ihre Schicksale nicht nur in Vojna, sondern z.B. auch in den Arbeitslagern im Kaiserwald bei Horní Slavkov. Eine sehr umfangreiche Ausstellung informiert über die Geologie der Uranlagerstätte Příbram sowie die Geschichte des Uranabbaus in Tschechien.

Bild: Erklärungen im Bergwerk Skalka bei Prag. Abgebaut wurde bis zum Beginn der 1960er Jahre ein im Ordovizium abgelagertes oolithisches Eisenerz.